Die EU-Kommission hat die Übernahme von MediaMarktSaturn durch das chinesische Unternehmen JD.com genehmigt. Die Muttergesellschaft Ceconomy war im Sommer 2025 mit einem Übernahmeangebot im Wert von 2,2 Milliarden Euro bewertet worden, wenig später sicherte sich JD.com die Aktienmehrheit. Die Genehmigung ist an Auflagen geknüpft, die Wettbewerbsverzerrungen durch chinesische Subventionen verhindern sollen.
Ceconomy ist die Dachgesellschaft der Handelsketten MediaMarkt und Saturn und beschäftigt Tausende Menschen in Deutschland und Österreich. Mit dem Votum aus Brüssel ist der Weg frei, dass JD.com den europäischen Elektronikhändler künftig kontrolliert.
Was ändert sich für Kunden und ihre Daten?
Auch deutsche Behörden hatten die Übernahme geprüft und schließlich zugestimmt. Die deutschen Auflagen sollen gewährleisten, dass personenbezogene Kundendaten geschützt bleiben. Zudem räumt sich Deutschland starke Überwachungs- und Kontrollrechte ein und kann die Genehmigung bei Verstößen widerrufen.
Was bedeutet die Übernahme für Beschäftigte und Wettbewerber?
Die EU-Kommission hatte festgestellt, dass JD.com von chinesischer Seite Vorzugsfinanzierungen, Steuervergünstigungen und Zuschüsse erhalten hatte. Daraus entstand die Sorge, dass durch solche Subventionen finanzierte Kapazitäten Ceconomy zur Verfügung gestellt werden könnten und Mitbewerber durch aggressive Preispolitik unter Druck geraten.
Deshalb müssen JD.com und Ceconomy künftig sicherstellen, dass konzerninterne Transaktionen, insbesondere Finanzierungen, zu marktüblichen Bedingungen erfolgen. Diese Verpflichtungszusagen gelten für einen Zeitraum von zehn Jahren.
Wie reagierte China auf das EU-Verfahren?
Im August 2026 drohte China der EU mit Gegenmaßnahmen wegen der laufenden Untersuchung. Peking signalisierte laut dem chinesischen Justizministerium, notfalls mit Nachdruck gegen das weitere Vorgehen der EU vorzugehen, und bemängelte, Brüssel habe von chinesischer Seite ein übermäßiges und sachlich nicht gerechtfertigtes Maß an Auskünften eingefordert.
Peking untersagte zudem Organisationen und Einzelpersonen, die EU bei Auskunftsersuchen in China zu unterstützen.
Wie groß JD.com inzwischen aufgestellt ist, zeigen mehrere Zahlen des Unternehmens:
- JD.com erzielte 2024 einen Jahresumsatz von knapp 159 Milliarden US-Dollar.
- Das Unternehmen beschäftigte 2024 etwa 570.000 Menschen.
- Im März 2026 startete JD.com mit Joybuy einen eigenen Onlineshop in Deutschland.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.