Die Europäische Kommission hat die Übernahme von MediaMarktSaturn durch den chinesischen Konzern JD.com unter Auflagen genehmigt. Die Konzernmutter Ceconomy bewertet das Angebot mit rund 2,2 Milliarden Euro. JD.com hatte sich nach Ablauf der Annahmefristen bereits 59,8 % des Grundkapitals und der Stimmrechte gesichert.
MediaMarktSaturn ist Europas größter Elektronik-Fachhändler und in Deutschland nach Amazon, Otto und Zalando der viertgrößte Onlineshop. Die Konzernmutter Ceconomy entstand 2017 als Abspaltung von Metro. Mit dem Einstieg von JD.com erhält der chinesische Handelskonzern Zugang zu einem etablierten Filial- und Onlineshopnetz in Europa.
Was bedeutet die Übernahme für Kunden und Beschäftigte?
Deutschland hatte die Übernahme bereits Ende Juni 2026 unter Auflagen zum Schutz personenbezogener Kundendaten genehmigt. Dabei ließ sich die Bundesregierung Kontrollbefugnisse einräumen und kann die Freigabe im Fall von Regelverstößen wieder zurückziehen. Das Bundeskartellamt gab den Erwerb ebenfalls frei.
Für Beschäftigte und Geschäftspartner ist vor allem die Zusage von JD.com relevant, unfaire Wettbewerbsvorteile auszuräumen. Kleinere Konkurrenten von MediaMarktSaturn sollen nach den Zusagen von JD.com Zugang zu dessen Logistik- und Technologieangeboten zu fairen und diskriminierungsfreien Bedingungen erhalten.
Warum hat die EU-Kommission Auflagen verhängt?
Die Kommission hatte im Mai 2026 eine vertiefte Prüfung eingeleitet. Dabei ging es vor allem um die Logistik- und Technologiesysteme, mit denen JD.com das Geschäft von Ceconomy künftig stärken möchte.
Die Behörde stellte fest, dass JD.com von China Vorzugsfinanzierungen, Steuervergünstigungen und Zuschüsse erhalten hatte, und befürchtete, dass solche Mittel dem neuen Verbund eine günstigere Ausgangsposition gegenüber Wettbewerbern verschaffen könnten.
Als Reaktion drohte China der EU im August 2026 mit Gegenmaßnahmen; das chinesische Justizministerium untersagte zudem Organisationen und Einzelpersonen in China, die EU bei Auskunftsersuchen zu unterstützen. Die Kommission verlangt nun, dass konzerninterne Transaktionen zwischen JD.com und Ceconomy zehn Jahre lang zu marktüblichen Bedingungen erfolgen.
Einige Kennzahlen zum neuen Eigentümer zeigen die Größenordnung des Geschäfts:
- JD.com erzielte 2024 einen Jahresumsatz von knapp 159 Milliarden US-Dollar.
- Der Konzern beschäftigt weltweit etwa 570.000 Menschen.
- Bereits im Juli 2025 hatte JD.com sein Übernahmeangebot bekanntgegeben und den Ceconomy-Aktionären je Aktie 4,60 Euro in bar geboten.
- Im März 2026 startete JD.com mit Joybuy bereits einen eigenen Onlineshop in Deutschland.
Wie geht es für MediaMarktSaturn jetzt weiter?
Neben der EU-Kommission haben Deutschland und mehrere weitere Länder die Übernahme geprüft und unter Auflagen freigegeben. JD.com hat seine Zugeständnisse nach Rückmeldungen aus dem Markt mehrfach nachgebessert, bevor die Kommission zustimmte. Die zehnjährigen Verpflichtungszusagen zu marktüblichen Transaktionen bleiben damit das zentrale Kontrollinstrument für die kommenden Jahre.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.