Die Langstreckenflotte der Austrian Airlines wächst langsamer als geplant. Grund ist eine Entscheidung der Muttergesellschaft Lufthansa, fünf der für Wien vorgesehenen Boeing 787-9 Dreamliner künftig konzernintern anderweitig einzusetzen. Die AUA erhält damit deutlich weniger neue Langstreckenjets als ursprünglich vorgesehen.
Fünf Jets weniger
Ursprünglich sollte die AUA zwölf Boeing 787-9 erhalten, nun werden es nur sieben sein; die übrigen Jets setzt Lufthansa ab 2027 anderweitig ein. Derzeit verfügt die AUA über vier Boeing 787-9, von denen drei im Liniendienst stehen.
Die Dreamliner sollten die alten Boeing 777-200ER und die aus Lauda-Air-Beständen übernommenen Boeing 767-300ER ersetzen. Drei dieser älteren Boeing 767-300ER wurden 2026 bereits ausgeflottet, zwei weitere sollten zum 1. Dezember 2026 folgen.
Folgen für Flugplan und Kunden
Weil fünf neue Maschinen fehlen, müssen die älteren Boeing 777-200ER länger im Einsatz bleiben als geplant: Statt bis 2028 sollen sie nun voraussichtlich bis 2029 oder 2030 fliegen.
Die betagten Jets gelten als wartungsintensiv, verursachen laut Austrian Airlines höhere Betriebskosten als die Boeing 787-9 und bieten an Bord kein modernes Internet. Für Passagiere auf Langstrecken bedeutet das: Der technische Standard der Flotte verbessert sich langsamer als vorgesehen.
Warum Wien so teuer ist
Als Grund für den Rückzug der Lufthansa nennt die AUA-Geschäftsführung die hohen Standortkosten am Flughafen Wien, insbesondere die österreichische Ticketsteuer.
Nach ihrer Einschätzung verzichtet fast ganz Europa auf eine vergleichbare Steuer, was den Standort Wien im Konzernvergleich zusätzlich belastet.
Was jetzt möglich ist
Als Alternative zur Lufthansa-Lieferung könnte die AUA gebrauchte Boeing 787-9 von anderen Fluggesellschaften kaufen. Der Gebrauchtflugzeugmarkt gilt derzeit jedoch als schwierig, weshalb ein schneller Ersatz für die fehlenden fünf Maschinen nicht in Sicht ist.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.