Der österreichische Handel hat seinen Anteil an der gesamten Lebensmittelverschwendung im Land zwischen 2020 und 2024 von 7 % auf 6 % gesenkt. Gleichzeitig ging die bundesweite Menge an Lebensmittelabfällen seit 2020 nur geringfügig zurück. Das geht aus aktuellen Zahlen des Handelsverbands hervor.

Insgesamt fielen 2024 in Österreich rund 1,175 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle an, wie der Handelsverband mitteilt. Der Handel selbst steuerte davon 71.275 Tonnen bei – ein kleiner Teil im Vergleich zu anderen Bereichen der Lebensmittelkette.

Was bedeutet die Senkung für Kunden und Beschäftigte im Handel?

Für Kunden zeigt sich der Rückgang vor allem in den Filialen: Rund 9.400 Verkaufsstellen betreibt der Handel in Österreich, und ein sinkender Abfallanteil bedeutet weniger aussortierte Ware in den Regalen. Für Beschäftigte in Logistik und Verkauf heißt das laut Handelsverband vor allem, dass Prozesse zur Resteverwertung und Spende an Bedeutung gewinnen.

Ein zentraler Baustein dabei sind Lebensmittelspenden: Der Handel gibt jährlich 22.000 Tonnen an Sozialorganisationen ab, was laut Handelsverband rechnerisch 44 Millionen Mahlzeiten entspricht. Für Partnerorganisationen aus dem sozialen Bereich bedeutet das eine verlässliche Versorgungsquelle.

Warum schneidet der Handel besser ab als private Haushalte?

Der größte Teil der Lebensmittelabfälle entsteht nicht im Handel, sondern bei den Verbrauchern selbst. Der Anteil privater Haushalte an der Gesamtmenge sank zwar von 61 % im Jahr 2020 auf 54 % im Jahr 2024, bleibt damit aber weiterhin der mit Abstand größte Block.

  • Be- und Verarbeitung: rund 234.863 Tonnen Lebensmittelabfälle im Jahr 2024.
  • Außer-Haus-Konsum, etwa Gastronomie und Kantinen: rund 228.418 Tonnen im Jahr 2024.
  • Handel: 71.275 Tonnen, entsprechend einem Anteil von 6 % an der Gesamtmenge.
  • Private Haushalte: 629.353 Tonnen, entsprechend 54 % der Gesamtmenge im Jahr 2024.

Pro Person werden in Österreich jährlich 69 Kilogramm Lebensmittel weggeworfen, 37 Kilogramm davon gelten laut Handelsverband als vermeidbar. Der Warenwert dieser vermeidbaren Abfälle liegt bei rund 400 Euro pro Person und Jahr.

Wie geht es mit der Reduktion weiter?

Begleitet wird die Entwicklung von einer Kampagne des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK), die sich laut Handelsverband vorrangig an eine bestimmte Altersgruppe richtet. Ziel bleibt, sowohl im Handel als auch in privaten Haushalten weiter Abfälle zu vermeiden und die Spendenmengen an Sozialorganisationen zu erhalten.