Das Wiener Unternehmen WAVE Trockensysteme hat seinen Gefriertrockner FD440 erstmals mit einer KI-Steuerung betrieben, die während des laufenden Betriebs ihre eigene Software verbessert. Der erste Testlauf fand am 23. Oktober 2026 statt und verlief nach Angaben des Unternehmens störungsfrei. Damit ersetzt die neue Technik bei der Maschine die bisherige SPS-Logik.
Weltpremiere bei WAVE
Nach Angabe von WAVE handelt es sich um die weltweit erste Industriemaschine, deren Steuerung während des Betriebs selbstständig ihre eigene Software verbessert.
Die als Interkey Brain bezeichnete Steuerung analysierte während des Trocknens fortlaufend die anfallenden Messdaten, passte den Programmcode entsprechend an und übernahm die aktualisierte Version im laufenden Betrieb, ohne dass die Anlage dafür angehalten werden musste. Gefriertrocknung dauert je nach Produkt oft mehr als einen Tag pro Charge, Unterbrechungen während dieser Zeit gelten als besonders kostspielig.
Was Kunden erwartet
Kunden von WAVE merken die Umstellung vorerst hauptsächlich an der Bedienoberfläche: Die neue Steuerung führt Chargen eigenständig durch und passt den Prozessverlauf an das jeweils verarbeitete Produkt an.
Jeder Lauf wird dabei mit dem Normalzustand der Maschine verglichen, Abweichungen oder Verbesserungsmöglichkeiten werden automatisch gemeldet. Nach Unternehmensangaben soll die Auslieferung der ersten mit Interkey Brain ausgestatteten Gefriertrockner binnen rund vier Wochen an die Kundschaft erfolgen.
Wie die Steuerung funktioniert
Sicherheitskritische Parameter wie Temperaturgrenzen überwacht laut WAVE ein separater Baustein, der unabhängig von der KI arbeitet und die Heizung im Notfall automatisch stoppt. Dieser Mechanismus soll verhindern, dass die selbstlernende Software kritische Grenzwerte verändert. Künftig soll Interkey Brain auch in anderen Industriemaschinen eingesetzt werden können.
Die Firma dahinter
WAVE Trockensysteme hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 300 Gefriertrockneranlagen ausgeliefert. Auch das Großmodell Big Wave, eine Anlage mit einer Kapazität von fünf Tonnen, ist für die neue KI-Steuerung vorgesehen. Damit soll Interkey Brain künftig nicht nur im FD440, sondern auch in größeren Anlagen des Unternehmens zum Einsatz kommen.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.