Die mitteleuropäische Symfonia Group übernimmt das österreichische Softwareunternehmen dvo Software und steigt damit erstmals in den deutschsprachigen Markt ein.

Mit der Übernahme von dvo Software sichert sich der Konzern mit Sitz in Warschau einen Anbieter, dessen Lösungen derzeit von 4.000 Anwendern in Österreich genutzt werden. Für Kanzleien, die mit dvo‑Software arbeiten, ändert sich laut den beteiligten Unternehmen an der täglichen Arbeit zunächst nichts.

Dvo Software wurde 1967 von Steuerberatern gegründet und bietet seither Programme für Steuerberatung, Buchhaltung und Lohnabrechnung an. 2019 übernahm das Unternehmen bereits den Mitbewerber Klinger Software und baute damit seine Stellung im österreichischen Markt aus. Symfonia Group betreut nach eigenen Angaben mehr als 55.000 Kunden, darunter 6.700 Steuerberatungskanzleien, und verfügt über mehr als 30 Jahre Betriebserfahrung.

Was bedeutet die Übernahme für Kunden von dvo Software?

Die Marke dvo Software und ihre Ausrichtung auf den österreichischen Markt bleiben nach der Übernahme unverändert. Geschäftsführer Richard Theiß bleibt im Amt, ebenso Rainer Haude, der die dvo Software weiterhin leitet und künftig zusätzlich Anteile an der Muttergesellschaft hält.

Für Kanzleien, die Funktionen wie Kanzleimanagement, Honorarabrechnung, automatisierte Arbeitsabläufe, Dokumentenmanagement, Finanzbuchhaltung oder das Anlagenverzeichnis von dvo Software nutzen, ändert sich damit zunächst nichts an Ansprechpartnern oder Produkt.

Zu den Funktionen der Software zählt auch das Dokumentenmanagementsystem dvo BelegBox, das bereits künstliche Intelligenz nutzt. Rainer Haude begründet die Partnerschaft mit dem gemeinsamen Fokus beider Unternehmen auf die Steuerberatungsbranche und der gemeinsamen Strategie, die Produktivität von Steuerberatern durch intelligente Software zu steigern.

Warum steigt Symfonia Group gerade jetzt in Österreich ein?

Haude führt die aktuelle Umbruchphase im österreichischen Softwaremarkt teilweise auf den Rückzug von Datev aus Österreich zurück. Dieser Rückzug schafft laut Haude Raum für neue Anbieter in einem Markt, der sich gerade tiefgreifend verändert.

Für die Symfonia Group ist die Übernahme von dvo Software der Einstieg in die DACH-Region und bereits die zweite Übernahme des Konzerns in diesem Herbst, nach dem Erwerb von Setrio. Österreich wird damit nach Polen und Rumänien das dritte Land, in dem die Gruppe tätig ist. In Rumänien hat Symfonia România zudem kürzlich die Integration der zuvor übernommenen Unternehmen NextUp und Softeh abgeschlossen.

Konzernchef Piotr Ciski beschreibt Symfonia Group als Cloud-First-Unternehmen mit europäischer Technologietradition, das sich vom klassischen Softwareanbieter weiterentwickelt habe. Mit dvo‑Software kombiniert die Gruppe nun das Verständnis des österreichischen Steuerberaterberufs mit globaler Technologie- und Compliance-Expertise.

Wie geht es für die dvo Software weiter?

Die Übernahme eröffnet dvo Software nach Angaben der beteiligten Unternehmen Zugang zu den Ressourcen des größeren Konzerns, etwa für die Weiterentwicklung KI-gestützter Funktionen. Ciski kündigt an, dass die Gruppe in der DACH-Region weiter wachsen will.

Die Übernahme von dvo Software umfasst dabei mehrere Angebote auf einen Blick:

  • Praxis- und Kanzleimanagement mit automatisierten Arbeitsabläufen für den Kanzleialltag.
  • Honorarabrechnung und Finanzbuchhaltung in einer integrierten Lösung.
  • Sichere Kommunikation und Dokumentenverwaltung, einschließlich der KI-gestützten BelegBox.
  • Steuerverwaltung und ein Anlagenverzeichnis für die laufende Mandantenarbeit.

Langfristig plant Symfonia Group, Produkte auf mehreren Märkten anzubieten, die weniger stark von lokalen Rechnungs-, Lohn- und Steuerregelungen abhängen. Für österreichische Kanzleien bleibt entscheidend, dass die bisherige Geschäftsführung von dvo Software im Amt bleibt und die Marke am Markt unverändert auftritt.