Das Hard Rock Café Innsbruck ist erneut insolvent. Das Landesgericht Innsbruck eröffnete ein Konkursverfahren über die Betreibergesellschaft HRC IBK Betriebs GmbH. Betroffen sind 31 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, deren Septembergehälter zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausbezahlt waren.
Die Gesellschaft hatte bereits im April 2025 ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung durchlaufen. Damals betrugen die Verbindlichkeiten rund 2,1 Millionen Euro, etwa 39 Beschäftigte waren betroffen. Der damalige Sanierungsplan sollte dem Unternehmen einen Neustart ermöglichen, scheiterte nun aber an den vereinbarten Rückzahlungsraten. Das aktuelle Konkursverfahren wurde am 6. Oktober 2026 eröffnet.
Was bedeutet das für die Beschäftigten?
Für die Mitarbeiter bedeutet die neuerliche Insolvenz zunächst finanzielle Unsicherheit: Die Gehälter für September 2026 waren zum Zeitpunkt der Verfahrenseröffnung offen. Gleichzeitig ist eine vorübergehende Fortführung des Betriebs vorgesehen, um laufende Verkaufsverhandlungen zu ermöglichen. Das Lokal muss also nicht sofort schließen, auch wenn der Gläubigerschutzverband KSV1870 mit einer zeitnahen Schließung rechnet.
Insgesamt haben 34 Gläubiger Forderungen in Höhe von rund 600.000 Euro angemeldet. Die Frist zur Anmeldung weiterer Forderungen beim Landesgericht Innsbruck läuft bis zum 16. November 2026. Ein Insolvenzverwalter wurde bereits bestellt.
Warum ist das Hard Rock Café erneut insolvent?
Als Ursache nennt die Betreiberfirma zwei Faktoren: Die Erlöse zwischen Juli und September 2026 lagen rund 20 % unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Zum einen habe eine anhaltende Hitzeperiode das Sommergeschäft gedämpft, zum anderen habe die Teuerung zu einem zurückhaltenderen Konsumverhalten der Gäste geführt.
Hinzu kommt die strukturelle Lage der Innenstadtgastronomie: Hohe Fixkosten können laut Einordnung der Betreiberfirma rasch zum Problem werden, sobald Gästefrequenz und Konsumausgaben sinken. Bereits eingeleitete Restrukturierungsmaßnahmen hätten die wirtschaftliche Situation nicht nachhaltig verbessern können.
Wie geht es jetzt weiter?
Der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) teilt mit, dass eine neuerliche Sanierung derzeit nicht vorgesehen ist. Stattdessen soll der bestellte Insolvenzverwalter gemeinsam mit dem AKV nach Möglichkeit einen Käufer oder einen neuen Betreiber für den Standort finden.
Die vorübergehende Fortführung des laufenden Betriebs dient genau diesem Ziel: Sie soll Zeit für mögliche Verkaufsverhandlungen schaffen, bevor über die endgültige Zukunft des Standorts entschieden wird.