In der Steiermark ist die Zahl der Firmenpleiten 2026 deutlich gestiegen. In den ersten neun Monaten gerieten 449 Unternehmen in ein Insolvenzverfahren, ein Plus von fast 18 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Schulden der betroffenen Betriebe stiegen damit spürbar an.
2.448 Beschäftigte sind von Firmenpleiten betroffen
Für Beschäftigte hat die Entwicklung konkrete Folgen: In den ersten neun Monaten 2026 arbeiteten 2.448 Menschen bei Unternehmen, die insolvent wurden, fast doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum mit 1.320 Beschäftigten.
Geschäftspartner und Lieferanten insolventer Firmen müssen zudem häufiger mit Forderungsausfällen rechnen, denn 212 Insolvenzanträge wurden mangels ausreichenden Vermögens gar nicht erst eröffnet. Betroffene Gläubiger gehen in diesen Fällen meist leer aus.
Schulden steigen auf 735 Millionen Euro
Die Schulden der betroffenen Betriebe beliefen sich auf knapp 735 Millionen Euro, nach rund 277 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Einzelne Großinsolvenzen prägen die Statistik besonders. Diese Großverfahren erklären einen erheblichen Teil des Schuldenanstiegs, um fast 165 % mehr gegenüber dem Vorjahr. Für Zulieferer und Geschäftspartner solcher Firmen bedeutet das oft lange Unsicherheit, bis Insolvenzverwalter über Fortführung oder Schließung entscheiden.
Handel, Bau und Gastronomie trifft es am härtesten
Drei Branchen stechen besonders hervor: Im Handel wurden 89 Firmeninsolvenzen registriert, ebenso viele in der Baubranche. In der Gastronomie waren es 74 Fälle. Kunden dieser Betriebe bekommen die Pleitewelle oft unmittelbar zu spüren, etwa wenn Gutscheine verfallen oder Aufträge nicht mehr erfüllt werden.
Parallel zu den Firmenpleiten nehmen auch Privatinsolvenzen zu. Nach Angaben von steiermark.biz wurden im selben Zeitraum 822 Privatkonkurse eröffnet, ein Plus von 19,1 % gegenüber dem Vorjahr, mit geschätzten Verbindlichkeiten von 106 Millionen Euro. Der Kreditschutzverband KSV1870 rechnet für das Gesamtjahr 2026 mit 800 bis 850 Firmeninsolvenzen in der Steiermark, nach 720 im gesamten Jahr 2025.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.