Rheinmetall hat am Donnerstag mit einer erneuten Gewinnwarnung für Aufsehen gesorgt: Die Aktie des Dax-Konzerns fiel zeitweise um 18,5 %. Die Gewinnwarnung war bereits am Vorabend herausgegeben worden. Für Anleger bedeutet das einen der schärfsten Einbrüche des Rüstungskonzerns seit Monaten.
Rheinmetall-Aktie fällt auf tiefsten Stand seit Februar 2025
Die Aktie rutschte am Donnerstag bis auf knapp 819 Euro ab. Um 9:43 Uhr lag der Kurs auf der Handelsplattform Lang & Schwarz bei 834,50 Euro, ein Tagesverlust von 12,1 %. Ein derartiges Niveau hatte die Aktie zuletzt im Februar 2025 erreicht.
Ein verschobener Boxer-Auftrag drückt die Prognose
Grund für die Korrektur ist die Verschiebung eines großen Boxer-Auftrags ins kommende Jahr. Rheinmetall hat seine Umsatzprognose für 2026 damit bereits zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten gesenkt und schränkt zugleich den Ausblick für die operative Ergebnismarge ein.
Auch die Projekte Arminius und Destinus verschieben sich zeitlich, was zusätzlich auf die Erwartungen drückt. Im dritten Quartal verfehlte das Unternehmen sowohl beim Umsatz als auch beim bereinigten Gewinn je Aktie die Markterwartungen, während das operative Ergebnis bei 553 Millionen Euro lag.
Dabei zeigte das dritte Quartal durchaus positive Entwicklungen: Umsatz und zurechenbarer Gewinn legten gegenüber dem Vorjahr zu, ebenso der Auftragseingang. Es ist bereits die fünfte Umsatz- oder Gewinnwarnung des Unternehmens innerhalb von elf Monaten, was das Vertrauen vieler Anleger zusätzlich belastet.
Analysten senken ihre Kursziele deutlich
Er senkte sein Kursziel von zuvor 2.250 Euro zum Jahreswechsel auf nun 1.150 Euro und votiert mit Neutral.
Vor etwa einem Jahr hatte die Rheinmetall-Aktie noch ein Rekordhoch von knapp über 2.000 Euro erreicht; seither hat sich der Kurs um mehr als die Hälfte verringert.
Kapitalmarkttag am 27. November wird zur nächsten Bewährungsprobe
Perry rechnet damit, dass Rheinmetall beim Kapitalmarkttag 2026 seine Ziele für 2030 korrigieren muss, möglicherweise deutlich. Er verweist zudem auf zunehmend unsichere langfristige Umsatzaussichten für einige Heeres-Produkte des Konzerns. Für Anleger bleibt der Termin damit der nächste wichtige Prüfstein, ob der Rüstungskonzern seine Wachstumsziele realistischer gestalten kann.