Der österreichische Faserhersteller Lenzing erzielte in den ersten neun Monaten 2026 einen Umsatz von 1,926 Milliarden Euro und blieb damit unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Gleichzeitig wuchs der Nettoverlust des Konzerns deutlich. Dennoch hebt das Unternehmen seine Jahresprognose für das bereinigte EBITDA an.

Im Vorjahreszeitraum lag der Umsatz noch bei 1,972 Milliarden Euro. Der Nettoverlust stieg von 105 Millionen Euro auf 130,3 Millionen Euro. Das EBITDA sank von 340,4 auf 316,4 Millionen Euro, während das bereinigte EBITDA mit 353 Millionen Euro stabil blieb und einer Marge von 18,3 % entsprach.

Was der Verlust für Mitarbeiter und Standorte bedeutet

Die Belegschaft von Lenzing schrumpfte im selben Zeitraum von 7.738 auf 7.374 Beschäftigte. Das Betriebsergebnis fiel auf minus 55,1 Millionen Euro, nach plus 20,6 Millionen Euro im Vorjahr. Verantwortlich dafür waren laut Lenzing AG Wertberichtigungen auf langfristige Vermögenswerte der Standorte Heiligenkreuz und Grimsby in Höhe von 136,1 Millionen Euro.

Auch beim Geld, das dem Konzern tatsächlich zufließt, zeigt sich die angespannte Lage: Der Free Cashflow sank von 110,9 auf 24,7 Millionen Euro. Für Beschäftigte an den betroffenen Standorten bedeutet das weiterhin Unsicherheit über die künftige Auslastung der Werke.

Warum Lenzing die Gewinnprognose trotzdem anhebt

Für den vorsichtigen Optimismus spricht die Entwicklung im dritten Quartal 2026, als die bereinigte EBITDA-Marge im Vergleich zum Vorjahresquartal von 13,3 auf 17,3 % kletterte. Das deutet laut Lenzing AG auf eine Stabilisierung des operativen Geschäfts hin.

Zur Stärkung der Finanzlage brachte Lenzing im Oktober 2026 eine Kapitalerhöhung in Höhe von rund 300 Millionen Euro unter Dach und Fach. Hinzu kommen neue Finanzierungsvereinbarungen über ein weiteres Volumen von rund 300 Millionen Euro, von denen laut Lenzing AG bereits die Hälfte verbindlich vereinbart ist. Zusätzlich soll ein Performance-Programm gegenüber der Kostenbasis des Jahres 2025 Einsparungen von 120 Millionen Euro einbringen.

Wie es für Lenzing weitergeht

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Lenzing AG ein bereinigtes EBITDA zwischen 430 und 460 Millionen Euro. Mittelfristig will der Konzern das EBITDA um 150 Millionen Euro steigern und eine Marge zwischen 20 und 25 % erreichen.