Die Kaiser-Gesellschaft m.b.H. aus Deutschfeistritz ist insolvent. Das Unternehmen, das seit Jahrzehnten Betonmischanlagen herstellt, weist Schulden von rund 7,4 Millionen Euro aus.

Für die Belegschaft kommt die Insolvenz in der Steiermark nicht aus dem Nichts: Bereits im Oktober 2026 war ein geplanter Investoreneinstieg überraschend gescheitert. Im Anschluss daran strich die Hausbank dem seit über 50 Jahren im Anlagenbau aktiven Betrieb den Betriebsmittelrahmen.

Was bedeutet die Pleite für Beschäftigte und Gläubiger?

Zum Zeitpunkt der Antragstellung beschäftigte das Unternehmen 44 Mitarbeiter. Rund 87 Gläubiger sind von der Insolvenz betroffen; sie können ihre Forderungen bis zum 31. Dezember 2026 anmelden. Nach Angaben des Unternehmens soll der Betrieb geschlossen werden, sobald die laufenden Projekte abgeschlossen sind. Eine Sanierung ist nicht vorgesehen.

Wie hoch die einzelnen Posten ausfallen, zeigt die Aufstellung der Verbindlichkeiten und Vermögenswerte:

  • Bankverbindlichkeiten machen rund 4,87 Millionen Euro der Gesamtschulden aus.
  • Lieferanten wird rund 2,39 Millionen Euro geschuldet.
  • Die bewerteten Vermögenswerte liegen bei rund 3,88 Millionen Euro.
  • Für nahezu fertiggestellte Projekte werden ausstehende Arbeiten mit rund 4,38 Millionen Euro bewertet, aus deren Abschluss noch Einnahmen fließen könnten.

Warum geriet das Unternehmen in die Krise?

Als einen Grund für die Schieflage führt die Kaiser-Gesellschaft stark gestiegene Materialpreise und Produktionskosten im Zusammenhang mit dem Ukraine-Russland-Krieg an. Mehrere Großprojekte aus den Jahren 2023 und 2024 konnten laut Unternehmen wegen vertraglich vereinbarter, mit Vertragsstrafen abgesicherter Fertigstellungstermine nur mit Verlusten abgeschlossen werden.

Diese Verluste wirkten sich in der Folge auch auf Ausschreibungen aus: Die dafür nötigen Liquiditätskennzahlen konnte das Unternehmen nicht mehr nachweisen. Darüber hinaus macht die Kaiser-Gesellschaft geopolitische Spannungen und Kostensteigerungen infolge des Iran-Kriegs für sinkende Gewinnspannen bei Aufträgen verantwortlich.

Wie geht es für die Kaiser-Gesellschaft weiter?

Das Insolvenzverfahren läuft weiter, Gläubiger können ihre Forderungen bis Jahresende 2026 anmelden.

Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.