Die Unternehmensnachfolge im deutschen Mittelstand gerät unter Druck. Nach dem Nachfolgemonitor 2026, den drei Organisationen gemeinsam vorgestellt haben, tun sich vor allem Kleinstbetriebe schwer, geeignete Nachfolger zu finden. 2025 waren Übergeber im Median 64 Jahre alt und damit so alt wie seit Beginn der Erhebung 2016 noch nie, in der die Werte zwischen 63 und 64 Jahren schwankten.

Die Entwicklung verläuft je nach Branche unterschiedlich. Im Einzelhandel ging die Zahl erfasster Unternehmensübergaben zwischen 2016 und 2025 zurück, während sich das Handwerk im selben Zeitraum vergleichsweise robust zeigte.

Was das für Betriebe bedeutet

Für Inhaber, die einen Nachfolger suchen, verschärft sich die Lage, wenn Erträge schwinden und notwendige Investitionen ausbleiben. Wer wirtschaftlich stabil übergibt, steht demnach deutlich besser da als Betriebe, die Investitionen aufgeschoben haben.

Wie sehr sich Investitionen lohnen können, zeigen die 2024 übergebenen Betriebe: Gemessen am Median lag ihr nominaler Umsatz um 17 Prozent höher als drei Jahre zuvor. Wer seinen Betrieb in guter wirtschaftlicher Verfassung weitergibt, erleichtert damit offenbar die Suche nach einem Nachfolger.

Die Zahlen nach der Übernahme

Der Nachfolgemonitor hat auch untersucht, wie sich Betriebe nach einem Inhaberwechsel entwickeln. Bei 1.553 untersuchten Unternehmen lag das EBIT zwei Jahre nach der Übernahme bei 54,1 Prozent der Fälle unter dem Wert von zwei Jahren vor der Übergabe. Gleichzeitig stieg das EBITDA bei gut der Hälfte der Betriebe (52,9 Prozent) im selben Vergleichszeitraum.

Diese gegenläufige Entwicklung lässt sich vor allem mit nachgeholten Modernisierungsinvestitionen erklären: Die daraus entstehenden Abschreibungen belasten das EBIT, während das EBITDA, das Abschreibungen ausklammert, die operative Verbesserung eher widerspiegelt. Für neue Inhaber heißt das: Wer kurz nach der Übernahme investiert, muss mit sinkenden EBIT-Werten rechnen, auch wenn das Geschäft operativ besser läuft.

Woher die Daten stammen

Der Nachfolgemonitor stützt sich auf durch Bürgschaftsbanken begleitete Unternehmensübergaben und ergänzt diese Angaben um Daten von Creditreform. Damit liefert er eine Grundlage, die sowohl die Suche nach Nachfolgern als auch die wirtschaftliche Entwicklung nach der Übergabe über mehrere Jahre abbildet.

Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.