Der niederländische Chipausrüster ASML hat seine Umsatzprognose für 2026 nach oben hin konkretisiert: Statt der bisherigen Spanne von 43 bis 45 Milliarden Euro erwartet der Konzern nun fester zwischen 44 und 45 Milliarden Euro. Grund ist die anhaltend starke Nachfrage nach Halbleiter-Fertigungstechnologie im Zuge des KI-Booms.
Im dritten Quartal 2026 erzielte ASML einen Umsatz von 11,662 Milliarden Euro, ein Plus von rund 55 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Beim Nettogewinn verbuchte der Konzern mit 4,960 Milliarden Euro mehr als das Doppelte des Werts aus dem dritten Quartal 2025, der bei 2,125 Milliarden Euro gelegen hatte. Die Bruttomarge kletterte von 51,6 % auf 57,5 %.
Was das für Kunden und Partner bedeutet
Für Chiphersteller wie Kunden von ASML bedeutet die präzisierte Jahresprognose vor allem eines: längere Wartezeiten. Die fortgeschrittene Lithografie-Ausrüstung des Unternehmens hat vom Auftrag bis zur Lieferung eine Vorlaufzeit von über einem Jahr. Wer jetzt bestellt, muss sich entsprechend auf spätere Lieferungen einstellen.
Gleichzeitig gilt die Entwicklung bei ASML in der Branche als Hinweis darauf, wie stark Chiphersteller derzeit in neue Kapazitäten investieren. Die Zahl neu verkaufter Lithografiesysteme stieg von 86 im zweiten auf 113 im dritten Quartal 2026, ein deutliches Zeichen für beschleunigte Investitionspläne der Kundschaft.
Warum ASML die Prognose anhebt
ASML begründet die Anhebung mit der starken Nachfrage nach künstlicher Intelligenz. Hinter dem Boom bei Rechenzentren und KI-Infrastruktur steht ein wachsender Bedarf an leistungsfähigen Chips, der das verfügbare Angebot an Fertigungskapazität übersteigt. Für 2026 rechnet der Konzern inzwischen mit einer Bruttomarge von etwa 56 %, nachdem im Juli noch eine Spanne von 54 bis 56 % angepeilt worden war.
Die Zahlen hinter dem Rekordquartal
Der Umsatz aus Service und Verbesserungen bestehender Anlagen legte von 2,762 Milliarden Euro im zweiten auf 3,289 Milliarden Euro im dritten Quartal 2026 zu. Je Aktie verdiente ASML nun 12,95 Euro, nach 5,49 Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Zudem erwarb der Konzern im dritten Quartal eigene Anteile im Volumen von etwa 4,1 Milliarden Euro und beschloss eine Zwischendividende in Höhe von 1,88 Euro je Aktie, die am 4. November ausgezahlt werden soll. Für das vierte Quartal 2026 rechnet der Konzern mit einem Umsatz zwischen 14,2 und 15,2 Milliarden Euro.
Wie es weitergeht
ASML hatte bereits angekündigt, die Kapazitäten für bestimmte Lithografieanlagen bis zum Jahr 2028 gegenüber dem Ausgangsniveau um rund 30 % auszubauen. Der Konzern reagiert damit auf die anhaltend hohe Nachfrage seiner Kunden nach Fertigungstechnologie für fortschrittliche Chips, prüft nun jedoch Wege, diesen Ausbau für 2028 noch über die 30 % hinaus voranzutreiben.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.