Mehrere Entrümpelungsfirmen in Niederösterreich und Wien sind einem Betrugsfall zum Opfer gefallen und haben dabei einen Gesamtschaden von mindestens 124.400 Euro erlitten. Die betrügerische Vorgehensweise begann nach aktuellem Ermittlungsstand im September.

Wie die Betrugsmasche ablief

Die betroffenen Firmen wurden mit vermeintlichen Großaufträgen aus dem Immobilienbereich gelockt, die ohne das sonst übliche Ausschreibungsverfahren vergeben wurden. Genau dieses fehlende Verfahren hätte für Geschäftsführer ein Warnsignal sein können, blieb in den bekannten Fällen aber zunächst ohne Konsequenz.

Zusätzlich wurden von den Firmen sogenannte branchenübliche Sicherheitsleistungen eingefordert. Mindestens vier Geschäftsführer leisteten daraufhin Vorauszahlungen, teils in bar, teils per Banküberweisung. Die angekündigten Entrümpelungsaufträge existierten jedoch nicht.

Was das für betroffene Firmen bedeutet

Für die geschädigten Entrümpelungsfirmen bedeutet der Fall einen direkten finanziellen Schaden, der je nach Höhe der gezahlten Sicherheitsleistung einzelne Betriebe empfindlich treffen kann. Wer als Kleinunternehmen auf vermeintliche Großaufträge aus der Immobilienbranche setzt, riskiert neben der Vorauszahlung auch Planungszeit und Kapazitäten, die eigentlich für reale Aufträge vorgesehen waren.

Ob und in welcher Höhe eine Rückzahlung an die betroffenen Firmen erfolgt, ist derzeit offen und hängt vom weiteren Verfahren ab.

Landeskriminalamt geht von weiteren Fällen aus

Nach Angaben des Landeskriminalamts Niederösterreich ist eine Dunkelziffer möglich, demnach könnten weitere, bislang nicht gemeldete Fälle mit ähnlichem Muster existieren.

Für andere Kleinunternehmen aus der Entrümpelungs- und Immobilienbranche ist das relevant: Wer in den vergangenen Monaten ähnliche Großaufträge ohne Ausschreibungsverfahren und mit Forderung nach Sicherheitsleistungen erhalten hat, sollte diese Fälle mit den bekannten Details abgleichen und sich im Zweifel an die zuständigen Behörden wenden.