Der Lebensmittelhersteller Dr. Schär aus Südtirol hat 2025 einen Umsatz von 632 Millionen Euro erzielt. Das Unternehmen gilt als weltgrößter Hersteller glutenfreier Lebensmittel und beliefert zahlreiche Länder weltweit. Eigentümer Ulrich Ladurner führt den Erfolg auf seinen Willen zurück, die Nummer eins im Markt zu werden.

Vom Händler zum Weltmarktführer

Gegründet wurde das Unternehmen bereits 1922. Heute ist der 76 Jahre alte Unternehmer im Verwaltungsrat tätig, während ein familienfremdes Management die operative Führung übernommen hat.

Was der Wandel für Kunden und Beschäftigte bedeutet

Für Kunden mit Zöliakie, von der etwa 1 % der Weltbevölkerung betroffen ist, wächst das Angebot weiter. Der weltweite Umsatz mit glutenfreien Produkten soll bis 2035 auf knapp 33 Milliarden Euro steigen, was einem jährlichen Wachstum von rund einem Zehntel entspräche. Für Beschäftigte bedeutet das Kontinuität an den deutschen Standorten: Dr. Schär unterhält zwei Werke in Deutschland, eines in Hessen und eines in Thüringen.

In den USA produziert das Unternehmen zusätzlich Brot, Bagels und Burger vor Ort und importiert weitere Produkte, um den amerikanischen Markt zu bedienen. Diese Kombination aus lokaler Produktion und Import macht das Geschäft empfindlich für Handelspolitik.

Warum geopolitische Entwicklungen das Unternehmen beschäftigen

Dr. Schär erhielt einmal eine Zollrückerstattung von 3 Millionen Euro in den USA. Das zeigt, wie stark US-Handelspolitik das Geschäft beeinflussen kann. Ladurner bezeichnet geopolitische Entwicklungen in den USA als eine der größten Herausforderungen für sein Unternehmen.

Auch politische Entwicklungen in Deutschland beobachtet er kritisch: Vor drei Jahren habe er den Mitarbeitern gesagt, es sei nicht akzeptabel, dass das Unternehmen mit einer bestimmten Partei in Verbindung gebracht werde.

Zwei neue Geschäftsfelder sollen das Wachstum tragen

Neben glutenfreien Produkten verfolgt Dr. Schär zwei weitere Geschäftsfelder: Ernährung bei chronischer Niereninsuffizienz und ketogene Ernährung. Damit erweitert das Unternehmen sein Geschäft über die glutenfreie Ernährung hinaus in Richtung spezieller Ernährungskonzepte und ernährungsbedingter Gesundheitsthemen.

Für Kunden und Handelspartner bedeutet das ein breiteres Sortiment abseits des bisherigen Kerngeschäfts. Wie konkret sich diese neuen Geschäftsfelder entwickeln, ist nicht beziffert.