Ryanair plant ein umfassendes Sparprogramm, weil hohe Kerosinkosten die Gewinne des Billigfliegers belasten. Im abgelaufenen Geschäftsquartal sowie im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres ging der Nettogewinn deutlich zurück. Als Grund nennt das Unternehmen die Folgen des Nahost-Konflikts, die Reisende verunsichert und zu späteren Buchungen geführt haben.
Gewinn bricht ein
Bei Ryanair erstreckt sich das zweite Geschäftsquartal über die Sommermonate Juli, August und September. In diesem Zeitraum fiel der Nettogewinn um 6 % auf 1,6 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026/27 lag der Rückgang bei 15 %. Ryanair begründet die schwächeren Zahlen mit verzögerten Buchungen: Weil der Nahost-Konflikt Kunden verunsicherte, buchten sie Flüge später als üblich, was die Ticketpreise drückte.
Sparprogramm im Blick
Für das kommende Jahr rechnet Ryanair mit einem Anstieg der Kerosinkosten um rund 2 Milliarden Euro. Um das aufzufangen, prüft der Konzern ein umfassendes Kostensenkungsprogramm. Dazu gehören eine Überprüfung der Verträge mit Flughäfen sowie eine mögliche Anpassung der Personalbesetzung an Bord. Zusätzlich erwägt Ryanair einen verstärkten Einsatz von künstlicher Intelligenz, um Prozesse günstiger zu gestalten.
Folgen für Beschäftigte
Finanzvorstand Neil Sorahan erklärt, dass auch ein Einfrieren der Gehälter in Betracht kommt. Lohnstopps seien nicht ausgeschlossen, sollte sich die Kostenlage nicht entspannen. Nach Einschätzung von Sorahan wird der Ölpreis auch im kommenden Jahr auf einem erhöhten Niveau verharren. Bei einer geringeren Personalbesetzung an Bord bleiben europäische Vorschriften zur Mindestzahl an Flugbegleitern je Sitzplatzzahl weiterhin bindend.
Teurere Tickets erwartet
Für Kunden dürfte sich der Sparkurs vor allem bei den Flugpreisen bemerkbar machen. Ryanair rechnet damit, dass die Ticketpreise im kommenden Jahr deutlich steigen, falls die Kerosinpreise auf hohem Niveau bleiben.
In der Vergangenheit hat Ryanair bereits Kapazitäten an Flughafen-Standorten abgezogen, wenn ihr Gebühren und Abgaben zu hoch erschienen.