Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) lehnt ein Bonus-Malus-System ab, mit dem Arbeiterkammer und ÖGB Betriebe zur Beschäftigung älterer Arbeitnehmer verpflichten wollen.

Als Begründung nennt er die Struktur der heimischen Betriebe: Jeder dritte österreichische Arbeitgeber hat lediglich eine einzige beschäftigte Person.

Damit reagiert die WKÖ auf eine erneute Forderung von Arbeiterkammer und ÖGB, die mit einem Bonus-Malus-System Betriebe zur verstärkten Beschäftigung älterer Mitarbeiter anhalten wollen. Für Kleinbetriebe mit wenigen Beschäftigten und für körperlich fordernde Branchen hält Danninger ein solches System für wenig praxistauglich.

Warum lehnt die WKÖ ein Bonus-Malus-System ab?

Danninger verweist auf die betriebliche Realität in Österreich: Siebzig Prozent der Arbeitgeber beschäftigen höchstens fünf Personen. In solchen Kleinbetrieben lassen sich rechnerisch nicht alle Altersgruppen gleichzeitig abbilden, wie Danninger erklärt. Das gelte selbst für viele Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten.

Hinzu kommt die Branchenstruktur: In körperlich belastenden Bereichen wie dem Baugewerbe sowie in Fitnesszentren und Diskotheken arbeiten laut Danninger in der Regel überwiegend jüngere Mitarbeiter. Ein pauschales Bonus-Malus-System würde diese Unterschiede nicht berücksichtigen.

  • In vielen Kleinbetrieben sind nicht alle Altersgruppen vertreten.
  • In körperlich fordernden Branchen dominieren jüngere Beschäftigte.

Wie wirkt die Förderung für ältere Arbeitnehmer?

Als Alternative verweist die WKÖ auf die bestehende Eingliederungsbeihilfe für arbeitslose Personen ab 55 Jahren. Sie habe sich laut Danninger als besonders wirksames Instrument erwiesen, um ältere Arbeitslose wieder in Beschäftigung zu bringen. Das WIFO habe die positiven Beschäftigungs- und Einkommenseffekte dieser Förderung bestätigt, und zwar auch über die eigentliche Förderdauer hinaus.

Danninger sieht darin den Beleg, dass gezielte Anreize wirksamer seien als verpflichtende Vorgaben für Betriebe. Zudem schätzten Betriebe den Wert älterer Mitarbeiter laut Danninger zunehmend von sich aus.

Wie entwickelt sich der Arbeitsmarkt für ältere Beschäftigte?

Die Arbeitslosigkeit bei älteren Menschen nimmt zwar zu, die Beschäftigung von Personen über 60 Jahren wächst laut WKÖ jedoch noch stärker. Der Arbeitsmarkt verkrafte demnach auch den Anstieg des Frauenpensionsantrittsalters gut.

Bei jeder neunten älteren Person folgt auf die Arbeitslosigkeit unmittelbar der Übertritt in die Pension. Zugleich zählen sechs von zehn Menschen zwischen 60 und 64 Jahren nicht mehr zum verfügbaren Arbeitskräftepotenzial, da sie überwiegend bereits Pension beziehen.

Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.