Cherry SE erwartet für die ersten neun Monate 2026 einen Konzernumsatz von 58,9 Millionen Euro und liegt damit deutlich unter dem Vorjahreswert. Das bereinigte Konzern-EBITDA fällt mit minus 6,9 Millionen Euro ebenfalls negativ aus, nachdem es im Vorjahreszeitraum noch schlechter ausgefallen war. Gleichzeitig sichert sich der Hersteller von Tastaturen und Computerzubehör zusätzliche Liquidität von seinem Großaktionär.
Der Umsatzrückgang betrifft vor allem ein Segment
Der Rückgang des Konzernumsatzes um rund 11,8 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreswert von 70,7 Millionen Euro geht insbesondere auf das Segment Peripherals zurück. Dort hat Cherry SE gezielt Lagerbestände im Vertriebskanal abgebaut, was den ausgewiesenen Umsatz drückt.
Die veröffentlichten Zahlen enthalten zudem noch das Segment Digital Health, das sich derzeit in einem laufenden Verkaufsprozess befindet und als Discontinued Operations geführt wird.
Was die Liquiditätszusage für Partner und Beschäftigte bedeutet
Mit der Cherry TopCo S.à r.l., einem Tochterunternehmen des Mehrheitsaktionärs Argand Partners, hat Cherry SE eine Zusage ausgehandelt, wonach bei Bedarf frisches Kapital von bis zu 5 Millionen Euro bereitgestellt wird. Die Zusage läuft bis zum 31. Dezember 2026. Für Geschäftspartner und Beschäftigte ist das ein Signal, dass der Großaktionär bereit ist, kurzfristig finanziell einzuspringen, falls es nötig wird.
Eine frühere Liquiditätszusicherung von Argand aus dem Mai 2026 wurde bereits im Rahmen einer Kapitalerhöhung im Juni 2026 umgesetzt. Die aktuelle Vereinbarung reiht sich damit in eine Serie von Unterstützungsmaßnahmen des Mehrheitsaktionärs ein.
Die Bruttomarge verbessert sich trotz sinkendem Umsatz
Trotz des schwächeren Umsatzes verbesserte sich die Bruttomarge von Cherry SE um 7,4 Prozentpunkte. Das Unternehmen führt die Verbesserung des bereinigten EBITDA wesentlich auf diesen Anstieg der Bruttomarge sowie auf eine reduzierte Kostenbasis zurück. Darin spiegeln sich laut Cherry SE erste Erfolge des internen Projekts Blossom wider, mit dem der Konzern seine Kostenstruktur umbaut.
Im Vergleichszeitraum des Vorjahres 2025 hatte ein Sondereffekt das Bild noch verbessert: Der Verkauf des Geschäfts mit Hygiene-Peripheriegeräten brachte damals Erlöse von sieben Millionen Euro, die das bereinigte EBITDA stützten. Ohne diesen Sondereffekt lag der Wert damals ebenfalls im negativen Bereich.
Wie es mit Cherry SE weitergeht
Den ursprünglich für den 18. November 2026 vorgesehenen Termin für die Quartalsmitteilung zu den ersten neun Monaten 2026 kann Cherry SE nicht einhalten. Grund ist laut Cherry SE die noch nicht abgeschlossene Prüfung des Konzern- und Jahresabschlusses 2025. Bis zur Veröffentlichung bleibt offen, wie sich der Verkauf des Segments Digital Health und die Umsetzung des Projekts Blossom im Detail auf die Bilanz auswirken werden.