ABB hat im dritten Quartal 2026 einen Auftragseingang von 12 Milliarden US-Dollar erzielt. Umsatz und operatives Ergebnis legten im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls deutlich zu.

Der Auftragseingang entspricht einem Plus von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, der Umsatz stieg um 14 Prozent auf 9,7 Milliarden US-Dollar. Beim operativen EBITA verzeichnete der Konzern einen Anstieg um ein Viertel auf 2 Milliarden US-Dollar; die zugehörige Marge legte um 160 Basispunkte zu und erreichte 20,8 Prozent. Das Book-to-Bill-Verhältnis lag bei 1,24, der Konzern erhielt also mehr neue Aufträge, als er abrechnete.

Was der Mitsubishi-Deal für Kunden in Japan bedeutet

Für das geplante Joint Venture mit der Niederspannungs-Stromverteilungssparte von Mitsubishi Electric sichert sich ABB einen Mehrheitsanteil von 51 Prozent. Der Gesamtkaufpreis für die Beteiligung liegt bei rund 79 Milliarden Yen, umgerechnet etwa 495 Millionen US-Dollar, der Unternehmenswert der gebündelten Geschäfte bei insgesamt rund 890 Millionen US-Dollar.

Die betroffene Niederspannungssparte von Mitsubishi Electric kam im Geschäftsjahr 2025 auf einen Umsatz von etwa 102 Milliarden Yen, was rund 640 Millionen US-Dollar entspricht. Nach Angaben von ABB soll das Joint Venture den Konzern zum Marktführer im Niederspannungsbereich in Japan machen. Für Geschäftspartner und Industriekunden vor Ort bedeutet das ein breiteres, gemeinsames Produktangebot unter einem Dach.

Warum ABB jetzt in Rechenzentren investiert

Parallel zum Mitsubishi-Deal hat ABB das Gleichstromportfolio Infinitus für Rechenzentren eingeführt. Es soll Betreibern helfen, die Leistungsdichte ihrer Anlagen zu erhöhen und die Energieeffizienz zu verbessern. Zu den darin enthaltenen Produkten zählt ein Festkörpertransformator, dessen Markteinführung für die zweite Jahreshälfte 2027 vorgesehen ist.

Für Betreiber von Rechenzentren, deren Strombedarf durch den Ausbau von Cloud- und KI-Diensten stark wächst, ist das ein konkretes neues Angebot. Bereits im Juli 2026 hatte ABB zudem die Übernahme des britischen Ventilherstellers Rotork angekündigt und damit sein Industriegeschäft erweitert.

Die Zahlen hinter dem Rekordquartal

Neben Auftragseingang und Umsatz liefert der Quartalsbericht weitere Kennzahlen, die die operative Stärke des Konzerns zeigen:

  • Das Ergebnis der Geschäftstätigkeit stieg um 15 Prozent bei einer Marge von 19,0 Prozent.
  • Die Rendite auf das eingesetzte Kapital kletterte auf 29,9 Prozent.
  • Der freie Cashflow im dritten Quartal betrug 1,6 Milliarden US-Dollar, in den ersten neun Monaten 2026 insgesamt 3,7 Milliarden US-Dollar.
  • Die Investitionsausgaben erhöhte ABB auf rund 1 Milliarde US-Dollar.
  • Der Gewinn je Aktie lag im dritten Quartal bei 0,65 US-Dollar.

Wie es mit dem Joint Venture weitergeht

ABB rechnet damit, dass sich die operative EBITA-Marge des gemeinsamen Unternehmens mit Mitsubishi Electric innerhalb von fünf Jahren auf mindestens 20 Prozent verbessert. Für Mitarbeiter und Partner beider Unternehmen in Japan dürfte sich damit in den kommenden Jahren zeigen, wie schnell sich die gemeinsame Marktführerschaft im Niederspannungsbereich tatsächlich einstellt.