Melitta hat seine Halbjahreszahlen 2026 vorgelegt: Im ersten Halbjahr erzielte der Kaffeekonzern einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro. Bereinigt um Rohkaffeepreiseffekte und zwei Unternehmensverkäufe wuchs das Geschäft deutlich, wie das Unternehmen mitteilt.
Die Zahlen im Überblick
Im Vorjahreszeitraum lag der Umsatz noch bei 1,3 Milliarden Euro. Bereinigt um den Verkauf des Italien-Geschäfts, die Aufgabe des Spezialpapiergeschäfts in Neu Kaliß und die gesunkenen Rohkaffeepreise beträgt das Wachstum laut Unternehmen rund 7 %. Das EBITDA (Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization) der ersten sechs Monate lag bei knapp 90 Millionen Euro und erreicht damit bereits das Niveau des gesamten Jahres 2025. Der Verschuldungsgrad liegt bei 1,8.
Was das für Kunden und Mitarbeiter bedeutet
Für die rund 5.500 Mitarbeitenden in über 80 Ländern signalisieren die Zahlen Stabilität trotz schwierigem Marktumfeld. Das Kaffeegeschäft in Deutschland entwickelte sich laut Melitta stabil und trug positiv zum Ergebnis bei, auch das Südamerika-Geschäft lief positiv.
Kunden von Melitta Professional Coffee Solutions profitierten von einer im Vorjahresvergleich zufriedenstellenden Entwicklung des Geschäfts mit professionellen Kaffeelösungen. Schwächer zeigte sich dagegen das europäische Elektrokleingerätegeschäft im Haushaltsbereich, das Rückgänge verzeichnete.
Warum das Unternehmen trotz Marktdruck wächst
Die gesunkenen Rohkaffeepreise im ersten Halbjahr 2026 wirkten sich auf den ausgewiesenen Umsatz aus, verzerrten aber laut Melitta das eigentliche Wachstum nach unten. Das Unternehmen verfolgt langfristig das Ziel einer zweistelligen EBITDA-Marge und sieht sich mit der aktuellen Entwicklung auf diesem Weg. Das 1908 gegründete Familienunternehmen stützt sich dabei auf ein breites Portfolio aus Konsumgüter- und Profigeschäft.
100 Millionen Euro für Bremen
Parallel zu den Halbjahreszahlen kündigte Melitta eine Investition von rund 100 Millionen Euro am Standort Bremen an, verteilt auf die kommenden fünf bis sechs Jahre. Dort soll nach Unternehmensangaben die voraussichtlich größte Kaffeerösterei Europas entstehen. Die bestehende Melitta-Manufaktur in Bremen wurde zuvor von einem Fachmagazin als Röster des Jahres ausgezeichnet.