In der Nacht zum 28. September wurde vom Flugplatz Mauterndorf im Salzburger Lungau ein Hubschrauber vom Typ Robinson R44 gestohlen, der für Rundflüge der Morgenstern Helicopter GmbH eingesetzt wurde. Seither ruht der Flugbetrieb des Unternehmens von Ex-Skispringer Thomas Morgenstern.

Der Fall beschäftigt mittlerweile mehrere Behörden gleichzeitig und wirft Fragen auf, wie es mit dem kleinen Unternehmen weitergeht, das von Rundflügen und persönlichen Erlebnisflügen lebt.

Was ist in der Nacht auf dem Flugplatz passiert?

Der Hubschrauber startete gegen 1.50 Uhr. Ein Vereinsmitglied hörte die Startgeräusche, konnte den regulären Piloten aber nicht erreichen. An der Hintertür des Hangars fanden sich Einbruchsspuren, wie Polizeisprecher Felix Gautsch mitteilte.

  • Die Täter fuhren den Hubschrauber auf einem Rangierwagen aus dem Hangar und stellten den Wagen danach wieder ordentlich zurück.
  • An der Tankstelle des Flugplatzes wurde die Maschine vollgetankt, insgesamt wurden 365 Liter Treibstoff entwendet.
  • Transponder und Ortungssystem des Helikopters wurden deaktiviert.
  • Das Luftfahrzeug wurde später über Kroatien geortet, danach fehlt von ihm jede Spur.

Nach Einschätzung der Polizei handelt es sich um eine gut geplante Auftragsarbeit; die Täter hätten sich sorgfältig vorbereitet und eine mondhelle Nacht für den Flug genutzt, obwohl die Maschine nicht nachtflugtauglich ist. Fingerabdruck- und DNA-Spuren wurden gesichert, die Ermittlungen des Landeskriminalamts Salzburg laufen.

Was bedeutet der Diebstahl für Kunden und das Unternehmen?

Für Kunden heißt das zunächst: keine Rundflüge. Morgenstern selbst spricht von einer völlig unerwarteten Situation, die die Betreiber vor große Herausforderungen stellt. Das Unternehmen nimmt zwar weiterhin Anfragen entgegen, kann aber derzeit keine verbindlichen Flugtermine zusagen.

Morgenstern ist nicht Eigentümer der gestohlenen Maschine, der Hubschrauber wurde lediglich von seiner Firma betrieben. Das ändert nichts daran, dass der laufende Geschäftsbetrieb unmittelbar betroffen ist, solange keine Ersatzlösung steht.

Wie stehen die Chancen, den Hubschrauber wiederzufinden?

Morgenstern selbst sieht die Chancen gering, dass der Hubschrauber zurück in den Hangar kommt. Mit jeder verstreichenden Stunde gebe es mehr Möglichkeiten, das Luftfahrzeug zu verstecken, in eine Scheune zu packen oder zu zerlegen, erklärt er.

Einen einfachen Weiterverkauf der Maschine oder einzelner Teile in Europa hält er für unwahrscheinlich, weil Luftfahrtteile Seriennummern und feste Ablauffristen tragen und sich kaum legal in andere Luftfahrzeuge einbauen lassen. Er vermutet daher eher einen Abtransport in andere Teile der Welt.

Polizei, Austro Control und das österreichische Bundesheer suchen weiterhin gemeinsam nach der Maschine. Bis zum aktuellen Stand ist der Helikopter nicht wieder aufgetaucht.

Wie geht es mit der Morgenstern Helicopter GmbH weiter?

Morgenstern betont, dass Aufgeben für ihn keine Option sei. Er wolle den Flugbetrieb so schnell wie möglich wieder aufnehmen, notwendige Abklärungen und Planungen dafür liefen bereits. In den kommenden Wochen hofft er, genauere Informationen zur Wiederaufnahme geben zu können.

Bis dahin bedankt er sich bei Kunden und Unterstützern für Verständnis, Geduld und aufmunternde Nachrichten, die ihn seit dem Diebstahl erreicht haben.

Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.