BMW Motorrad bringt ab dem Modelljahr 2027 die dritte Generation des M Motorsport Rahmens serienmäßig in der BMW M 1000 RR zum Einsatz. Das Gewicht des Bauteils sinkt um rund 1,3 Kilogramm gegenüber der Vorgängerversion.
Folgen für die Werke
Die Entwicklung verteilt sich auf drei BMW-Standorte. In München laufen Fahrwerksentwicklung, digitale Auslegung, Simulation und Erprobung des Rahmens.
Das Werk Landshut fertigt die vier Aluminium-Gusskomponenten im Niederdruckgießverfahren, während das Werk Berlin Schweißen, Beschichten, Bearbeitung und Qualitätsprüfung übernimmt. Für Zulieferer und Beschäftigte an diesen Standorten bedeutet das Projekt damit eine engere Verzahnung von Motorsport-Know-how und Serienfertigung.
Wie der Rahmen entsteht
Um die signifikante Gewichtseinsparung zu realisieren, wurden die Wandstärken des Bauteils gezielt um bis zu 30 % reduziert. Der Rahmen besteht aus vier Aluminium-Gusskomponenten: Steuerkopf, linkem und rechtem Seitenteil sowie Heckteil. Vor der Werkzeugfertigung sichert eine Kernschießsimulation Fließverhalten und Packungsdichte digital ab, die Sandkerne entstehen im Cold-Box-Verfahren.
Röntgenprüfung, Wandstärken- und Koordinatenmessungen kontrollieren anschließend die innere Qualität und Maßhaltigkeit der Bauteile. Die vier Gusskomponenten werden im WIG-Schweißverfahren verbunden, eine kathodische Tauchlackierung schützt den Rahmen schließlich auch in schwer zugänglichen Hohlräumen zuverlässig vor Korrosion.
Flexibel und steif zugleich
In Schräglage kann sich der Rahmen seitlich elastisch verformen, um Fahrbahnanregungen aufzunehmen. Entlang der Fahrzeuglängsachse hingegen bleibt das Gestell sehr verwindungssteif konstruiert, damit sich Brems- und Antriebskräfte verlustfrei und genau übertragen lassen. BMW-Motorsportchef Sven Blusch bezeichnet den neuen Rahmen als leistungsfähigere technische Basis für Werksteams und Kundensportteams weltweit.
Der Weg aus dem Rennsport
Hintergrund der Entwicklung ist die WorldSBK-Saison 2024, in der BMW laut BMW Blog mit einem flexibleren Rahmen unter Superconcessions-Bestimmungen antrat. Toprak Razgatlioglu gewann damit BMWs ersten WorldSBK-Titel. Dorna und FIM lehnten das Chassis demnach für die Saison 2025 ab, nachdem Konkurrenten argumentierten, es entspreche nicht dem Serienmodell.
BMW fuhr die Saison 2025 daraufhin mit dem serienmäßigen Rahmen, Razgatlioglu verteidigte seinen Titel dennoch. Für 2026 wechselte er zur MotoGP; mit der Homologisierung des neuen Designs im Serienmodell kann BMW das Konzept 2027 erneut in der WorldSBK einsetzen.
Bestellungen laufen bereits
Die BMW M 1000 RR des Modelljahrs 2027 erhält serienmäßig hochwertige M-Schmiederäder. Das bisherige „M Competition Package“ wird zudem durch zwei neue Optionen ersetzt: das „M Track Package“ und das „M Track Package II. Bestellungen für die 2027er-Modelle öffneten bereits im August 2026.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.