Agenda Software aus Rosenheim ist als Innovator des Jahres 2026 ausgezeichnet worden. Die Buchhaltungssoftware des Unternehmens wird nach eigenen Angaben von rund 380.000 Nutzern verwendet. Den Preis erhielt Agenda für eine eigene KI-Lösung, die laut Nominierungskomitee die interne Softwareentwicklung beschleunigt und kostengünstiger macht.
Engpass bei Kanzleien
Die Auszeichnung fällt in eine Zeit, in der Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern vielerorts Personal fehlt. Laut ifo Institut berichteten im Juli 2025 64,7 % der Rechts- und Steuerberater sowie Wirtschaftsprüfer von fehlenden Fachkräften.
Nach Angaben von PwC können 60 % der Verantwortlichen im Finanz- und Rechnungswesen regulatorische Anforderungen wegen Personalmangels nur mit Mühe erfüllen. Gleichzeitig erhofft sich dort etwa jeder Vierte eine Entlastung durch künstliche Intelligenz, während erst 4 % ihre Buchhaltungsprozesse umfassend auf KI ausgerichtet haben.
Was die KI leistet
Die Innovationskraft im Mittelstand insgesamt bleibt laut KfW begrenzt: Im untersuchten Dreijahreszeitraum brachten 41 % der mittelständischen Unternehmen mindestens eine Innovation hervor. Die KI-Lösung von Agenda arbeitet laut Nominierungskomitee unabhängig von bekannten großen Sprachmodellen. Durch die neu eingeführten KI-Entwicklungsprozesse steigerten die betroffenen Einheiten bei Agenda demnach ihren Output.
Vom Spezialrechner zur Cloud
Agenda Informationssysteme wurde 1984 gegründet. Mitte der 1980er-Jahre berechneten Mitarbeiter in Steuerkanzleien Geschäftsvorfälle noch von Hand und erfassten die Ergebnisse an einem zentralen Spezialrechner. 1986 brachte Agenda mit DATASS die DATEV-Erfassung auf den Standard-PC und setzte damit einen frühen Branchenstandard für die Digitalisierung der Kanzleiarbeit.