Bei Volkswagen soll ein Gehaltsstopp für einen Großteil der weltweit rund 600.000 Beschäftigten bis zum Jahr 2030 kommen. Grundlage dafür ist der vom Vorstand verabschiedete Zukunftsplan „Group Target Picture“, der diese Maßnahme festlegt.
Was sich ändert
Nach internen Unterlagen des Konzerns sollen die neuen Richtlinien für Tarifverhandlungen ab dem vierten Quartal 2026 gelten und auch die rund 275.000 Beschäftigten in Deutschland betreffen. Neben den Grundgehältern sollen auch variable Vergütung, Sonderzahlungen und zusätzliche Leistungen gekürzt werden.
Alle Marken, Regionen und Betriebe sollen demnach einen Beitrag zu den Einsparzielen leisten, wobei Volkswagen die Richtlinien je nach Region und Betriebsteil unterschiedlich umsetzen will. Verbindliche Regelungen für deutsche Standorte müssen jedoch erst mit Arbeitnehmervertretungen verhandelt werden.
Folgen für Beschäftigte
Ein mehrjähriger Gehaltsstopp könnte für betroffene Mitarbeiter wegen der Inflation zu einem realen Einkommensverlust führen. Deutsche Standorte könnten von den Sparmaßnahmen besonders betroffen sein. Volkswagen kündigte an, das Thema in den anstehenden Tarifverhandlungen zu besprechen, lehnte eine Stellungnahme zu den Unterlagen aber bislang ab und verwies auf die bevorstehenden Verhandlungsrunden.
Warum VW spart
Volkswagen begründet den Spardruck mit der Umstellung auf Elektrofahrzeuge, hohen Investitionen in neue Technologien und dem intensiven weltweiten Wettbewerb. Der Konzern will bis 2030 eine operative Umsatzrendite von 9 % erreichen.
Bereits Ende 2024 hatten sich Volkswagen und die IG Metall darauf verständigt, Lohnerhöhungen für 2025 und 2026 zunächst nicht auszuzahlen. Die IG Metall beziffert den dadurch bereits entstandenen Verzicht der Beschäftigten auf rund 1,5 Milliarden Euro pro Jahr. Das so gesparte Geld soll bis Ende 2030 den sozialverträglichen Stellenabbau mitfinanzieren.
Stellenabbau und Werke
Im September 2026 beschloss der Aufsichtsrat, weltweit weitere 50.000 Arbeitsplätze zu streichen, zusätzlich zu den rund 50.000 Stellen, die Ende 2024 bereits vereinbart worden waren. Damit summieren sich die Einsparpläne auf rund 100.000 Arbeitsplätze.
Laut eigenen Angaben von Volkswagen lässt sich für die Standorte Emden, Zwickau, Hannover und das Audi-Werk Neckarsulm im Zeitraum von 2031 bis 2034 keine wirtschaftlich tragfähige Anschlussproduktion sicherstellen. Die Überkapazitäten der europäischen Werke beziffert der Konzern auf rund 500.000 Fahrzeuge.
Wie es weitergeht
Bis Ende Juni 2027 soll ein neues Produktionskonzept für die vier Werke erarbeitet werden. Die IG Metall fordert in der laufenden Tarifrunde 5 % mehr Geld. Volkswagen hat diese Forderung abgelehnt und Ende September 2026 mehrere Tarifverträge zum Jahresende gekündigt.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.