Volkswagen plant laut internen Unterlagen einen Gehaltsstopp bis 2030: Lohnerhöhungen sollen weltweit ausgesetzt werden. Betroffen sind laut den Unterlagen Beschäftigte in zahlreichen Ländern des Konzerns.

Grundlage der Pläne ist der Vorstandsbeschluss Group Target Picture für das internationale Management. Darin werden Marken, Regionen und Betriebe aufgefordert, einen angemessenen Beitrag zu den Einsparzielen des Konzerns zu leisten. Die neuen Richtlinien für Tarifverhandlungen sollen demnach ab dem vierten Quartal 2026 gelten. Volkswagen selbst äußert sich nicht zu den internen Planungen und verweist auf die anstehende Verhandlungsrunde.

Was bedeutet der Gehaltsstopp für Beschäftigte?

Für die Belegschaft geht es um reales Geld: Bleiben Löhne über Jahre eingefroren, während die Inflation weiterläuft, sinkt die Kaufkraft spürbar. Der mögliche reale Einkommensverlust wird auf etwa 10 % geschätzt. Besonders betroffen wären die rund 275.000 Mitarbeiter von Volkswagen in Deutschland, die den größten Teil der weltweiten Belegschaft von 600.000 Beschäftigten ausmachen.

Neben den fehlenden Erhöhungen sieht der Plan laut den Unterlagen weitere Einschnitte vor:

  • Variable Vergütungsbestandteile sollen reduziert werden.
  • Spezielle Zahlungen und Vorteile fallen demnach teilweise weg.
  • Stellenabbau ist Teil der geplanten Maßnahmen.
  • Die Umsetzung soll regional und betrieblich unterschiedlich ausfallen, sodass nicht überall dieselbe Nullrunde durchgesetzt wird.

Warum plant Volkswagen den Schritt?

Der Konzern will mit dem Gehaltsstopp Kosten senken, wie aus den internen Unterlagen zum Zukunftsplan hervorgeht. Laut IG Metall plant der Vorstand zusätzlich zu bereits laufenden Abbauplänen den Abbau von weltweit 50.000 Stellen. Die Zukunft mehrerer Werke ist für den Zeitraum 2031 bis 2034 offen.

Wie geht es bei den Tarifverhandlungen weiter?

Nach Angaben der IG Metall sollen die Gespräche Ende November 2026 beginnen. Verhandelt werden demnach gleichzeitig der VW-Haustarif und der Flächentarif der Metall- und Elektroindustrie, zu dem auch Audi, MAN und Porsche gehören. Die Gewerkschaft fordert nach eigenen Angaben 5 % mehr Geld für die Beschäftigten.

Wie uneinheitlich solche Tarifrunden ausfallen können, zeigt der Rückblick auf 2024: Damals ging die VW-Belegschaft leer aus, denn eine zuvor zugesagte Gehaltssteigerung von fünf Prozent wurde nicht ausgezahlt, sondern in zwei Schritten einem Fonds zugeführt – betroffen waren rund 130.000 Mitarbeiter. Volkswagen hat sich zu den aktuellen Plänen bislang nicht öffentlich geäußert.

Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.