BYD treibt den Aufbau eines zweiten Werks in Europa voran, obwohl die erste Fabrik in Ungarn noch nicht in Betrieb ist. Als Favoriten gelten Spanien und Frankreich.

Stella Li teilte zudem mit, dass BYD insgesamt zwei weitere Produktionsstandorte in Europa anvisiert und die Errichtung eines Werks in Frankreich prüft. Eine endgültige Entscheidung oder ein Zeitplan für den französischen Standort liegt bislang nicht vor.

Folgen für Standorte

Der Ausbau könnte neue Beschäftigungsmöglichkeiten in den betroffenen Regionen schaffen. BYD plant, die Zahl seiner europäischen Beschäftigten bis 2030 auf rund 40.000 zu erhöhen. Für Zulieferer und Partnerbetriebe in Ungarn, Frankreich oder Spanien würde ein zusätzliches Werk langfristige Aufträge und neue Lieferketten bedeuten.

Für europäische Kunden zeigt sich die Expansion bereits im Modellangebot. Auf dem Pariser Autosalon präsentierte BYD den ATTO 8 als elektrisches Flaggschiff-SUV. Die Markteinführung in Europa ist für das erste Quartal 2027 geplant. Daneben präsentierte der Konzern dort den Pickup SHARK DMO, der ebenfalls für europäische Kunden bestimmt ist.

Warum BYD jetzt expandiert

Die Verlagerung nach Europa hat auch politische Gründe. Die EU hatte im Oktober 2024 zusätzliche Strafzölle von 17 % auf BYD-Fahrzeuge verhängt, die zum Standardzoll von 10 % hinzukommen. Produktion vor Ort umgeht diese Belastung weitgehend.

Laut Stella Li stellt die Geopolitik das größte Hindernis für die internationale Expansion von BYD dar. Zudem einigte man sich mit Blick auf den europäischen Markt darauf, die chinesischen Hybrid-Exporte in die Europäische Union zu begrenzen. BYD setzte in Europa in den ersten acht Monaten des Jahres 2026 mehr Plug-in-Hybride als vollelektrische Fahrzeuge ab und festigte damit seine Position auf dem europäischen Markt.

Die Zahlen dahinter

Die Exportzahlen des Konzerns wachsen deutlich: Im ersten Halbjahr 2026 exportierte BYD 792.000 Fahrzeuge, ein Plus von 67,8 % gegenüber dem Vorjahreshalbjahr. Die Exporte machten damit 44 % des Gesamtabsatzes aus. Allein im Juli 2026 gingen 179.841 Fahrzeuge ins Ausland – mehr als das Doppelte des Vorjahreswerts.

Im Heimatmarkt dagegen sinken die Verkäufe: Die Inlandsverkäufe von Neufahrzeugen mit Elektroantrieb fielen im ersten Halbjahr 2026 um 15,72 % auf 1.808.511 Fahrzeuge, nach einem Rückgang von 30 % im ersten Quartal und einem leichten Minus von gut 3 von 100 Fahrzeugen im zweiten Quartal.

Der Umsatz im ersten Halbjahr 2026 sank um 7,13 % auf 344,82 Milliarden Yuan, der Nettogewinn fiel um 20,54 % auf 12,33 Milliarden Yuan. Der Quartalsgewinn stieg hingegen auf 8,2 Milliarden Yuan, ein Anstieg um fast ein Drittel.

Wie es weitergeht

Im September 2026 erzielte BYD einen weltweiten Absatz an New-Energy-Fahrzeugen, der gegenüber dem Vorjahresmonat um 17 % zulegte. In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 kam der Konzern damit auf insgesamt 3.131.576 verkaufte Fahrzeuge, was einem Minus von 3,94 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Zudem verließ im Werk Huai’an das 150.000ste gewerblich genutzte New-Energy-Fahrzeug die Produktionslinie.

Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.