Netflix streicht weltweit in großem Umfang Stellen – der größte Stellenabbau in der Firmengeschichte des Streaminganbieters. Der Schritt trifft das Unternehmen wenige Tage vor der Vorlage der Quartalszahlen.

Rund 1.000 Stellen fallen weltweit weg

Netflix beschäftigt derzeit knapp 16.000 Vollzeitkräfte. Von diesen verlieren rund 1.000 ihren Arbeitsplatz, was dem Unternehmen zufolge sechs Prozent der Belegschaft entspricht. Einen so umfangreichen Personalabbau hat der Konzern in seiner Unternehmensgeschichte bislang noch nicht vorgenommen.

Was das für Beschäftigte und Bewerber bedeutet

Hauptsächlich betroffen sind laut Unternehmen die Bereiche Produktentwicklung, Technik, Rechtsabteilung und Personalwesen. Konzernchef Ted Sarandos und Co-Chef Greg Peters erklären den Einschnitt damit, dass Personal und Mittel künftig gezielter eingesetzt werden sollen.

Nach ihren Angaben sollen betroffene Mitarbeiter beim Übergang in neue Tätigkeiten umfassend unterstützt werden. Für Bewerber dürfte das kurzfristig weniger offene Positionen in den genannten Abteilungen bedeuten.

Warum Netflix trotz Rekordzahlen kürzt

Der Stellenabbau fällt in eine Phase, in der das Geschäft nach eigenen Angaben stark wächst. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Netflix einen Umsatz von 45,2 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 16 % gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn stieg im selben Zeitraum um 26 % auf elf Milliarden US-Dollar.

Weltweit zählte Netflix zuletzt über 325 Millionen zahlende Abonnenten, im zweiten Quartal 2026 lag der Umsatz bei 12,6 Milliarden US-Dollar bei einer operativen Marge von knapp einem Drittel. Die Co-Chefs betonen, dass die Jahresprognose trotz der Einschnitte erfüllt werden soll.

Wie es bei Netflix weitergeht

Am 20. Oktober will Netflix nach Börsenschluss die Ergebnisse für das dritte Quartal vorlegen. Am Markt wird im Schnitt mit Erlösen von 12,88 Milliarden US-Dollar sowie einem Gewinn je Aktie von 0,82 US-Dollar gerechnet.

Die Umsatzprognose für das dritte Quartal lag zuletzt bereits unter den Erwartungen der Wall Street. Bereits am Vortag hatte ein Analyst das Papier von Overweight auf Underweight zurückgestuft und das Kursziel von 85 auf 70 US-Dollar gekappt. Als Risiken nennt er dabei mehrere Punkte:

  • Eine mögliche Abschwächung der Nutzung pro Abonnent könnte das Wachstum bremsen.
  • Der Spielraum für weitere Preiserhöhungen in den USA gilt als begrenzt.
  • Netflix plant, Nutzungsdaten künftig seltener zu veröffentlichen, was die Einschätzbarkeit erschwert.

Am Nachmittag des 14. Oktober, gegen 15:27 Uhr, kostete die Netflix-Aktie 63,72 Euro und verzeichnete damit ein Tagesplus von 1,37 %. Seit Jahresbeginn steht das Papier dennoch 20,1 % im Minus. Für Beschäftigte, Bewerber und Anleger dürfte der Bericht zum dritten Quartal am 20. Oktober zeigen, ob der Stellenabbau an den finanziellen Eckdaten etwas ändert.