Die gesamten Pkw-Zulassungen in der EU sind im September 2026 um 9,3 % gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen, auf 971.048 Fahrzeuge.

Getragen wird das Wachstum von der Nachfrage nach Elektroautos: Der E-Auto Marktanteil in der EU erreichte in den ersten neun Monaten 2026 einen Wert von 22,7 %, ein Plus von 6,6 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Insgesamt wurden von Januar bis September 2026 rund 8,52 Millionen Fahrzeuge neu zugelassen, 5,7 % mehr als im Vorjahr.

Reine Elektroautos legen um fast 50 Prozent zu

Eine tiefgreifende Verschiebung der Antriebsarten prägte den europäischen Automarkt bis Ende September 2026. Während die Neuzulassungen reiner Stromer um fast 50 Prozent auf über 1,93 Millionen Pkw nach oben schnellten, brachen die Segmente für Diesel und Benziner parallel dazu um jeweils rund 20 Prozent ein. Als wesentlicher Treiber für diesen Wandel gelten die spürbaren Preissteigerungen an den Tankstellen. Die Dynamik konzentrierte sich in den ersten acht Monaten vor allem auf vier europäische Kernmärkte – Frankreich, Deutschland, Belgien und Dänemark –, die zusammen 64 Prozent des gesamten BEV-Zulassungsvolumens auf sich vereinten. Insgesamt bauten die Elektroautos ihren Marktanteil in der Europäischen Union in diesem Achtmonatsfenster deutlich aus und kletterten von zuvor 15,8 Prozent auf 21,7 Prozent, während der gesamte Automobilmarkt um 5,3 Prozent zulegte.

Volkswagen stagniert, während BYD und Tesla stark zulegen

Der Volkswagen-Konzern inklusive Porsche AG kam von Januar bis September 2026 auf rund 2,23 Millionen Zulassungen in der EU, kaum verändert gegenüber dem Vorjahr. Der chinesische Hersteller BYD steigerte seine Zulassungen im selben Zeitraum dagegen um 150 % auf 206.002 Fahrzeuge. Tesla legte um 70 % auf 188.035 Fahrzeuge zu.

Auch die deutschen Premiumhersteller wuchsen, wenn auch deutlich moderater: BMW steigerte seine Zulassungen um 4,6 %, Mercedes-Benz um 3,6 %. Die Zahlen zeigen, dass sich der Wettbewerb um Elektrokunden in der EU zuspitzt, während der größte europäische Hersteller seinen Marktanteil derzeit nur hält statt ausbaut.

Hybride gewinnen zusätzlich an Boden

Neben reinen Elektroautos legten auch klassische Hybride ohne externen Ladeanschluss zu: In den ersten acht Monaten 2026 wurden EU-weit 2.759.718 Hybride zugelassen, ein Marktanteil von 36,6 %. Plug-in-Hybride kamen auf 758.082 Zulassungen und einen Marktanteil von 10 %, nach 8,8 % im Vorjahreszeitraum.

  • Reine Elektroautos: 22,7 % Marktanteil in den ersten neun Monaten 2026.
  • Benziner: Marktanteil von 21,7 % in den ersten acht Monaten 2026, deutlich gesunken.
  • Klassische Hybride: 36,6 % Marktanteil, die größte Fahrzeuggruppe im EU-Markt.
  • BYD: Zulassungen in neun Monaten 2026 um 150 % auf 206.002 Fahrzeuge gestiegen.

Was das für Kunden, Beschäftigte und Zulieferer bedeutet

Für Autokäufer in der EU bedeutet die Entwicklung ein breiteres Angebot an Elektromodellen und mehr Wettbewerb zwischen etablierten Marken und chinesischen Herstellern wie BYD. Beschäftigte bei Volkswagen und anderen Konzernen mit stagnierenden Stückzahlen dürften den Druck spüren, die eigene Elektrostrategie zu beschleunigen, um nicht weiter Marktanteile an BYD und Tesla zu verlieren.

Zulieferer, die stark auf Verbrennungsmotoren ausgerichtet sind, stehen angesichts der um ein Fünftel gesunkenen Benziner- und Dieselzulassungen vor der Frage, wie schnell sie ihre Produktion auf Elektrokomponenten umstellen.