Volkswagen hat im ersten Quartal 2026 einen Gewinneinbruch von 28,4 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnet. Konzernergebnis und Umsatz gingen deutlich zurück, wie das Unternehmen mitteilte.

Die operative Umsatzrendite fiel von 3,7 % im Vorjahresquartal auf 3,3 %. Konzernchef Oliver Blume nennt Kriege, geopolitische Spannungen, Handelsbarrieren, verschärfte Regulatorik und intensiven Wettbewerb als Belastungsfaktoren.

Finanzchef Arno Antlitz teilt mit, dass die bisherigen Kostensenkungen von rund 1 Milliarde Euro nicht ausreichen, um die Margenprobleme zu lösen, und fordert grundlegende Veränderungen des Geschäftsmodells. Das Konzernergebnis nach Steuern sank auf 1,56 Milliarden Euro, nachdem es im ersten Quartal 2025 noch 2,19 Milliarden Euro betragen hatte; der Umsatz ging im selben Zeitraum um 2,5 % auf 75,7 Milliarden Euro zurück.

Folgen für Beschäftigte

Für die Belegschaft hat die schwache Geschäftsentwicklung konkrete Folgen. Bis 2030 sollen im gesamten Konzern 50.000 Arbeitsplätze in Deutschland wegfallen, der Großteil davon, 35.000 Stellen, trifft die Kernmarke selbst. Mehr als 37.000 Beschäftigte haben bereits Vereinbarungen zu Vorruhestandsregelungen unterschrieben.

Der Vorstand plant darüber hinaus weitere 50.000 Stellenabbau weltweit, worüber noch verhandelt werden muss. Die Reduktion des Fahrzeugangebots ist laut Antlitz Teil der geplanten Sparmaßnahmen und trifft damit auch Zulieferer, die Teile für auslaufende Modelle liefern. Zusätzliche Kosten entstehen durch Abschreibungen auf Elektroprojekte und Schadensersatzzahlungen im Zusammenhang mit der Lkw-Tochter Traton.

China bremst weiter

Besonders deutlich zeigt sich der Rückgang im dritten Quartal 2026: Volkswagen lieferte weltweit 1,89 Millionen Fahrzeuge aus, ein Minus von 14,3 % gegenüber dem Vorjahr. In China brachen die Auslieferungen im selben Zeitraum um 38,5 % auf 406.000 Fahrzeuge ein.

In den ersten neun Monaten 2026 kam der Konzern weltweit auf 6 Millionen Auslieferungen, 9,0 % weniger als im Vorjahr; in China waren es in diesem Zeitraum 1,38 Millionen Fahrzeuge, ein Rückgang von 30,2 %.

Ein Lichtblick bleibt das Elektrogeschäft: Vertriebsvorstand Martin Sander berichtet, dass die Auslieferungen elektrifizierter Fahrzeuge in China im dritten Quartal um 30 % stiegen. Für die Auslieferungen aller Konzernmarken im ersten Quartal 2026 nennt Volkswagen einen Rückgang um 4 % auf 2,05 Millionen Fahrzeuge, vor allem bedingt durch Einbußen in China und Nordamerika.

Neue Prognose, neue Lasten

Im September senkte Volkswagen seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2026 deutlich. Statt der bisherigen Spanne von 4,0 bis 5,5 % rechnet der Konzern nun mit einer operativen Umsatzrendite von maximal 1 %. Im Vorjahr hatte die Rendite bei 2,8 % gelegen. Ohne die Sondereffekte läge die Rendite nach Konzernangaben bei rund 4,0 %.

Grund für die Senkung sind Sonderkosten von insgesamt rund 10 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2026, von denen bereits 0,9 Milliarden Euro im ersten Halbjahr anfielen. Darin enthalten ist eine Abschreibung von rund 6 Milliarden Euro auf den Firmenwert der Tochter Porsche.

Statt eines Umsatzplus von bis zu 3 % erwartet Blume bestenfalls eine stabile Umsatzentwicklung; der Umsatz soll 2026 bei rund 315 Milliarden Euro liegen, nach 321,9 Milliarden Euro im Jahr 2025.

Die Schwäche strahlt auch auf die Muttergesellschaft Porsche SE aus: Für ihr Konzernergebnis rechnet sie nun nur noch mit einem Bereich von minus 0,5 bis plus 1,5 Milliarden Euro, das sind rund 2 Milliarden Euro unter der zuvor abgegebenen Prognose. Drei Effekte sollen das zweite Halbjahr 2026 zudem mit rund 2 Milliarden Euro zusätzlich belasten.

Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.