Turkish Airlines hat bei Boeing die größte Bestellung ihrer Geschichte aufgegeben: Bis zu 150 Flugzeuge der 737-MAX-Familie sollen in die Flotte kommen. Parallel dazu eröffnet die Fluggesellschaft eine neue Strecke nach China, während die Verbindung nach Leipzig/Halle ausgesetzt bleibt.

Die Rekordbestellung

Von den bestellten Maschinen der Boeing-737-MAX-Familie sind 100 Boeing 737-8 fest bestellt, für weitere 50 bestehen Optionen. Zusätzlich hat sich Turkish Airlines Umwandlungsrechte auf die größere Variante Boeing 737-10 gesichert, deren Zertifizierung Boeing in den kommenden Monaten erwartet. Der Gesamtwert des Deals wird laut Boeing auf über 30 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Vorausgegangen war ein Streit um die Preise für CFM-Triebwerke, die in den 737-MAX-Jets verbaut werden. Nach Angaben von Turkish-Airlines-Vorstand Ahmet Bolat hatte die Airline deshalb einen Wechsel zu Airbus erwogen.

Die Verhandlungen kamen demnach erst nach einem Treffen zwischen US-Präsident Trump und dem türkischen Präsidenten Erdoğan wieder in Gang. Die Einigung umfasst Kompromisse bei Triebwerkspreisen, Reparaturrisiken und dem Anteil lokaler Werkstätten; Turkish Airlines will zudem die Wartungskapazitäten für LEAP-Triebwerke in der Türkei ausbauen.

Neue Strecke nach Chengdu

Ab dem 11. November fliegt Turkish Airlines von Istanbul aus die chinesische Stadt Chengdu an, zunächst mit drei Verbindungen pro Woche. Eingesetzt werden Dreamliner mit 30 Plätzen in der Business Class und 270 Plätzen in der Economy Class. Mit der neuen Route bedient die Airline künftig vier Ziele auf dem chinesischen Festland.

Was mit Leipzig ist

Für Reisende in Mitteldeutschland bringt der Winterflugplan dagegen keine gute Nachricht: Turkish Airlines hatte die Verbindung nach Leipzig/Halle bereits Anfang Mai pausiert. Nach eigenen Angaben der Airline war dafür der Iran-Krieg zusammen mit gestiegenen Kerosinpreisen ausschlaggebend. Im kommenden Winterflugplan kehrt Turkish Airlines nicht nach Leipzig zurück, auch für den nächsten Sommerflugplan ist keine Rückkehr vorgesehen.

Die Flotte im Hintergrund

Mit der neuen Order wächst eine ohnehin große Flotte weiter: Turkish Airlines betreibt zusammen mit ihrer Tochter AJet bereits über 200 Boeing-Flugzeuge. Erst 2025 hatte die Airline 75 Boeing-787-Dreamliner bestellt. Boeing-Chefin Stephanie Pope würdigte anlässlich der neuen Order die fortgesetzte Unterstützung des türkischen Flugverkehrssystems durch ihr Unternehmen.

Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.