Ein Fünftel aller Kinder weltweit hat eingeschränkte Spielmöglichkeiten. Das teilen die SOS-Kinderdörfer anlässlich des Welttags der psychischen Gesundheit am 10. Oktober mit. Als Ursachen nennt die Organisation Krieg, Armut, unsichere Lebensumstände und zerstörte Spielräume.

Spielen sei für die körperliche, soziale, sprachliche und kognitive Entwicklung von Kindern unverzichtbar, erklärt Boris Breyer von den SOS-Kinderdörfern. Gerade in Krisensituationen könne Spielen entlastend wirken und Kindern ein Stück Stabilität und Normalität zurückgeben.

Schutzräume in Krisengebieten

Um Kindern trotz schwieriger Umstände Zugang zu sicherem Spiel zu verschaffen, errichten die SOS-Kinderdörfer in Krisengebieten und entlang von Flüchtlingsrouten Kinderschutzzentren. Dort finden Kinder geschützte Räume zum Spielen und Lernen sowie medizinische und psychologische Erstversorgung.

In der Ukraine betreibt die Organisation nach eigenen Angaben 120 Kinderschutzzentren. Traumatisierte Kinder erhalten dort unter anderem Spiel- oder Maltherapie, um belastende Erfahrungen zu verarbeiten.

Vermögen und Verantwortung

Parallel dazu veröffentlichen die SOS-Kinderdörfer Ergebnisse einer forsa-Umfrage zum Thema Nachlass und gesellschaftliche Verantwortung. Demnach findet eine deutliche Mehrheit von 80 % der Teilnehmenden, dass wohlhabende Menschen eine besondere Pflicht gegenüber der Gesellschaft und künftigen Generationen haben.

Eine stärkere Besteuerung sehr hoher Erbschaften als bisher befürworten 71 % der Befragten. Jeweils 73 % wünschen sich eine stärkere staatliche Förderung des gemeinnützigen Vermögenseinsatzes, und fast drei Viertel wären selbst bereit, für gemeinnützige Zwecke auf einen Teil ihres Erbes zu verzichten.

Wer eher verzichtet

Bei Haushalten mit einem Nettoeinkommen unter 2.500 Euro würden 49 % eine gemeinnützige Nachlassspende der Eltern auf jeden Fall unterstützen, auch wenn sie selbst dadurch weniger erben. Bei Haushalten ab 4.000 Euro sagen das nur 35 % – die Zustimmung sinkt also mit steigendem Einkommen.

Bei der Generation 50+ legte der Anteil in drei Jahren von 56 auf 72 % zu, bei den 18- bis 34-Jährigen liegt die Zustimmung aktuell bei 76 %.

Was Menschen zum Spenden bewegt

Als wichtigsten Auslöser für eine Testamentsspende nennen die Befragten finanzielle Absicherung der Angehörigen: 54 % würden spenden, wenn Angehörige gut abgesichert sind, nur 4 % hingegen vor allem dann, wenn keine direkten Erben vorhanden sind.

Gut jeder Dritte meint, ein berührender Kontakt zu einer Organisation könnte ausschlaggebend für die Entscheidung sein, wohingegen lediglich 18 % der steuerlichen Befreiung von Testamentsspenden eine große Bedeutung beimessen.

Für die repräsentative Befragung wurden im Februar 2026 insgesamt 1.622 deutschsprachige Personen ab 18 Jahren befragt. Bereits zum dritten Mal hintereinander stellten die Verantwortlichen damit die Frage nach der Akzeptanz einer gemeinnützigen Nachlassspende durch die Eltern.

Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.