Isar Aerospace ist ein deutsches Raumfahrtunternehmen mit Sitz in Ottobrunn bei München. Das 2018 gegründete Start-up entwickelt Trägerraketen für den Transport von Satelliten und zählt zu den bekanntesten Hightech-Gründungen der deutschen Raumfahrtbranche.
Unternehmenszahlen von Isar Aerospace
- Gründungsjahr: 2018
- Mitarbeiter: über 100
- Standorte: Produktionshallen in Ottobrunn, Startplatz Andøya in Norwegen
- Großprojekt: laut Handelsblatt ein Vorhaben im dreistelligen Milliardenbereich
- Branche: Raumfahrt, als geopolitisch und rüstungspolitisch bedeutsam eingestuft
Firmengeschichte: Von der Universität in den Kuhstall
Isar Aerospace wurde von Daniel Metzler, Josef Fleischmann und Markus Brandl gegründet. Die Wurzeln des Unternehmens liegen in der studentischen Raketenbau-Gruppe WARR der Technischen Universität München. Gemeinsam mit Kommilitonen entwickelte Metzler dort eine Höhenforschungsrakete und 2017 entstanden erste Ideen für eine Gründung im Raketentechnik-Bereich.
Noch vor der eigentlichen Firmengründung wurde Isar Aerospace in das Business Incubation Center der europäischen Raumfahrtagentur ESA aufgenommen. Dort fertigten und testeten die Gründer erste Prototypen von Triebwerkskomponenten. Zusätzlich nutzte das Start-up das Netzwerk und die Risikokapital-Partner von UnternehmerTUM.
Bürokratische Hürden prägten die erste Zeit der Firmengeschichte: Die Ausarbeitung eines Angebots für einen Teststand beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt dauerte drei Jahre. Weil diese Wartezeit zu lang war, testete das Unternehmen seine Triebwerke stattdessen in einem Kuhstall im Landkreis Altötting.
Produkte und Dienstleistungen von Isar Aerospace
Kernprodukt ist die Trägerrakete Spectrum, die Satelliten in den Orbit bringen soll. Der Erstflug am 30. März 2025 endete mit dem Absturz ins Meer, nachdem die Lageregelung nach rund 30 Sekunden ausgefallen war. Bei einem zweiten geplanten Testflug im März 2026 musste der Start kurz vor der Triebwerkszündung abgebrochen werden, weil ein unberechtigtes Boot in die maritime Sicherheitszone eingedrungen war. Das enge Startfenster zwischen 21:00 und 21:15 Uhr ließ sich somit nicht mehr einhalten und die Rakete blieb unbeschädigt auf der Startrampe stehen.
In der Raumfahrtbranche gilt ein solcher Abbruch nicht als technischer Fehlschlag, sondern als Beleg funktionierender Sicherheitssysteme. Nach Angaben des Unternehmens stand bei dem Testflug vor allem die Validierung kritischer Bodensysteme und automatisierter Betankungsprozesse unter realen Bedingungen im Vordergrund. Für einen erneuten Startversuch muss Isar Aerospace zunächst neue Sperrzonen bei den norwegischen Behörden beantragen und rechtzeitig Warnungen für Schifffahrt und Luftverkehr herausgeben.
Als Nutzlast für den geplanten Flug sind universitäre Kleinsatelliten der TU Berlin und der TU Wien sowie der norwegische Satellit FramSat-1 vorgesehen. Der Startplatz Andøya ermöglicht direkte Flugbahnen über das Europäische Nordmeer in polare Umlaufbahnen, ohne dass zusätzlicher Treibstoff für Kurskorrekturen nötig ist – ein Vorteil für die Hauptkunden von Isar Aerospace, die vor allem kleine Erdbeobachtungssatelliten auf Polarbahnen betreiben. Die in Ottobrunn gefertigten Bauteile werden per Lastkraftwagen und Fähre nach Norwegen transportiert, was laut Unternehmen günstiger und schneller ist als eine Verschiffung nach Französisch-Guayana.
Firmengründer Daniel Metzler beschreibt Isar Aerospace als eine Art Weltraum-Taxiunternehmen: Durch günstigeren Transport sollen Satellitensysteme insgesamt erschwinglicher werden. Den Hauptnutzen der Raumfahrt sieht er darin, das Leben auf der Erde zu verbessern. Industrieanfragen zum Kauf von Raketentriebwerken führt er auch auf den guten Ruf der Technischen Universität München zurück, an der er sein Netzwerk aufbaute, während er sein Bachelorstudium Maschinenbau an der Technischen Universität Wien abschloss.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.








