Deeep ist das gemeinsame Unternehmen von OMV und Wien Energie für Tiefengeothermie in Wien. In der Seestadt Aspern lässt das Joint Venture bis zu 3.000 Meter tief bohren, um bis zu 95 Grad heißes Thermalwasser zur Fernwärmeversorgung zu nutzen.

Das Vorhaben ist Teil des österreichischen Ausbaus der Tiefengeothermie als Baustein der Wärmewende. Finanzielle Unterstützung erhält es aus der ersten Ausschreibungsrunde für Tiefengeothermie, die der Klima- und Energiefonds 2024 gestartet hat; künftige Anlagen im Wiener Raum sollen sich daran orientieren.

Wie viel Energie soll Deeep künftig liefern?

Das Projekt in Aspern soll rund 25.000 Haushalte mit Fernwärme versorgen. Insgesamt plant Deeep, perspektivisch 200.000 Haushalte in Wien zu beliefern. Dafür sind neben Aspern sechs weitere Geothermieprojekte vorgesehen.

  • Wien: 500 Gigawattstunden Ausbauziel bis 2030
  • Steiermark: 200 Gigawattstunden
  • Niederösterreich: 200 Gigawattstunden
  • Oberösterreich: 80 Gigawattstunden

Salzburg soll zusätzlich 20 Gigawattstunden beisteuern. Das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz schreibt diese Potenziale für die einzelnen Bundesländer bis 2030 vor.

Wie ist das Joint Venture Deeep entstanden?

Wien Energie und OMV haben sich zusammengeschlossen, um die Erschließung von Tiefengeothermie in Wien voranzutreiben. Die Aufgaben sind klar geteilt: Wien Energie übernimmt die Planung und Errichtung der Obertageanlage samt Wärmepumpen und bindet die gewonnene Wärme in das Fernwärmenetz ein. OMV ist für die Untertagearbeiten zuständig, plant und setzt die Bohrungen um und fördert das heiße Wasser aus der Tiefe.

Nicht jedes Projekt läuft wie geplant: Ein ähnliches Vorhaben in der Steiermark, Tiefenkraft, legte OMV im November vergangenen Jahres auf Eis, weil die Stadt Graz die vereinbarten Verträge nicht mehr mittrug. Das zeigt, wie stark solche Projekte von kommunalen Partnern abhängen.

Welche Technik steckt in der Bohrung von Aspern?

Im Industriegebiet im südöstlichen Bereich der Seestadt sind drei Bohrungen geplant. Sie verlaufen zunächst senkrecht und werden anschließend auf größere Tiefen abgelenkt, bis sie 3.000 Meter erreichen. Das Transportrohr für das geförderte Wasser hat einen Durchmesser von 30 Zentimetern.

Wegen des geringen Bohrdurchmessers ist nach Einschätzung der Projektbeteiligten nicht mit Auswirkungen an der Erdoberfläche zu rechnen. Der Spatenstich für die Oberflächenanlage ist für kommendes Jahr vorgesehen, die Inbetriebnahme für 2029. Die erste Bohrung soll demnach 40 bis 50 Jahre lang Wärme liefern.

Was bedeutet Deeep für die Wärmewende in Österreich?

Der Verein Geothermie Österreich rechnet vor, dass sich mit Tiefengeothermie österreichweit bis zu 500.000 Haushalte versorgen ließen. Das gesamte Potenzial der Technologie soll bis 2030 um eine Terawattstunde steigen. Deeep zählt damit zu den zentralen Projekten, mit denen Wien und OMV diesen Ausbau in der Praxis umsetzen wollen.

Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.