Netflix streicht weltweit rund 1.000 Stellen. Die Co-Vorstandschefs Ted Sarandos und Greg Peters kündigten den Schritt in einer E-Mail an die Mitarbeiter an. Es ist der größte Stellenabbau bei Netflix seit 2022.
Die Kürzungen treffen vor allem Verwaltung und Zentrale des Konzerns, was etwa 6 % der zuletzt rund 16.000 Vollzeitkräfte entspricht. Das operative Geschäft mit Inhalten ist davon weitgehend ausgenommen. Für Kunden ändert sich damit zunächst wenig, für die betroffenen Beschäftigten dagegen einschneidend.
Wen trifft der Stellenabbau?
Die Kürzungen konzentrieren sich laut Netflix auf die Bereiche Technologie, Produktentwicklung, Personalwesen und Recht sowie die zentrale Verwaltung. Das operative Inhaltsgeschäft bleibt nach bisherigem Stand von den Einschnitten weitgehend ausgenommen.
Trotz des Abbaus bekräftigt Netflix seine Finanzprognose für 2026. Die Co-Chefs begründen den Schritt damit, Kapazitäten stärker auf die wichtigsten Unternehmensziele zu bündeln, wie Netflix mitteilt.
Warum baut Netflix jetzt Stellen ab?
Sarandos hatte bereits wenige Wochen vor der Ankündigung öffentlich eingeräumt, dass das Unternehmen langsamer wächst als gewünscht. Zugleich verschärft sich der Wettbewerb um die Freizeit der Nutzer: Netflix konkurriert nach eigener Einordnung zunehmend nicht nur mit klassischen Streaminganbietern, sondern auch mit Plattformen wie YouTube, TikTok und Gamingangeboten.
Hinzu kommt ein gescheiterter Großangriff auf die Konkurrenz: Anfang 2026 unterlag Netflix im Bieterwettbewerb um wesentliche Teile von Warner Bros. Discovery gegen Paramount Skydance. Mit einer erfolgreichen Übernahme hätte Netflix zusätzliche Produktionskapazitäten, Unterhaltungsmarken und Inhaltebibliotheken erworben. Paramount plant nun, zusammen mit dem Streamingdienst HBO Max einen Konkurrenten zu Netflix aufzubauen.
Wie steht Netflix finanziell da?
Trotz der Kürzungen zeigt sich Netflix operativ stabil. Die Netflix-Aktie stieg am NASDAQ nach Bekanntwerden des Stellenabbaus um 0,16 % auf 70,57 US-Dollar. Das Unternehmen bleibt nach eigener Einschätzung Marktführer im Videostreaming-Geschäft.
- Netflix erzielte im zweiten Quartal 2026 Gesamteinnahmen von 12,56 Milliarden US-Dollar.
- Der Nettogewinn im zweiten Quartal 2026 lag bei 3,40 Milliarden US-Dollar, der verwässerte Gewinn je Aktie bei 0,80 US-Dollar.
- In den ersten sechs Monaten 2026 summierten sich die Einnahmen auf 24,81 Milliarden US-Dollar, der Nettogewinn auf 8,68 Milliarden US-Dollar.
- Ende 2025 zählte Netflix mehr als 325 Millionen Kundenhaushalte weltweit.
Das Unternehmen kündigt an, seine Investitionen in ausgewählte Wachstumsbereiche trotz der Einschnitte fortzuführen. Damit soll der Stellenabbau nicht zulasten des Inhaltegeschäfts gehen, das für Abonnenten den eigentlichen Wert der Plattform ausmacht.
Wie geht es weiter?
Netflix legt in der kommenden Woche seine aktuellen Quartalszahlen vor. Dann dürfte sich zeigen, wie der Markt die Kombination aus Stellenabbau und bekräftigter Jahresprognose langfristig bewertet.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.