Hinter dem Namen „Wundprofis“ steht ein dreiköpfiges Team, das sich ausschließlich mit akuten und chronischen Wunden befasst. Gegründet und geführt von der zertifizierten Wundmanagerin Alexandra Lafer, arbeitet der Betrieb ambulant in zwei Ordinationen sowie mobil in mehreren steirischen Regionen. Firmen.info hat sich die Struktur, das Leistungsspektrum und die Arbeitsweise dieses noch jungen Gesundheitsdienstleisters näher angesehen.
Unternehmenszahlen der Wundprofis im Überblick
- Firmensitz: Flöcking 30, 8200 Gleisdorf
- Ordinationen: Graz (Kalvariengürtel 67, barrierefrei) und Gleisdorf
- Mobiles Einsatzgebiet: Graz, Gleisdorf sowie Leibnitz und Weiz nach Absprache
- Mitarbeitende: drei Personen, tätig unter der Bezeichnung „Wundprofis“
- Rechtsform der Leistung: Wahlpflegeleistung
Die Zahlen zeigen einen Kleinbetrieb, der sich bewusst auf ein einziges Fachgebiet konzentriert. Geführt wird das Unternehmen von Alexandra Lafer, die als selbstständige Krankenschwester und über das TÜV-Zertifikat ZWM-ZertifizierterWundManager®/in verfügt. Diese Zusatzqualifikation weist eine Spezialisierung aus, die über die reguläre Pflegeausbildung hinausgeht. Verbandstoffe werden über die Krankenkasse bestellt, für Patienten fällt je nach Träger lediglich eine Rezeptgebühr oder ein Selbstbehalt an. Die Wundversorgung selbst ist als Wahlpflegeleistung organisiert und wird direkt in der Ordination abgerechnet.
Firmengeschichte: Von der Ordinationsassistenz zur eigenen Praxis
Der Ausgangspunkt lag in einer dermatologischen Facharztordination in Graz, in der Alexandra Lafer rund fünf Jahre lang im ambulanten OP-Bereich und beim Verbandwechsel tätig war. Für die aufwendige Behandlung chronischer Wunden fehlte dort die Zeit, sodass Betroffene teilweise weitergeschickt wurden. Parallel zur Anstellung baute die Krankenschwester eine freiberufliche Tätigkeit auf, deren Nachfrage bald die verfügbaren Stunden überschritt. 2023 folgte die Kündigung und der vollständige Wechsel in die Selbstständigkeit, 2024 der Abschluss der Zertifizierung. Vorausgegangen waren rund neun Jahre Langzeitpflege im Pflegezentrum Kainbach und viereinhalb Jahre mobile Hauskrankenpflege, in der auch die erste Ausbildung zur Wundmanagerin absolviert wurde. Fachlich wurde die Arbeit inzwischen auch außerhalb der eigenen Klientel wahrgenommen: Bei der Austrian Wound Association erreichte Alexandra Lafer den ersten Platz beim „AWA Abstract“. Zusätzlich liegt eine Nominierung der Wirtschaftskammer zur Unternehmerin des Jahres 2026 in der Kategorie „Die Gestalterin“ vor. Aus dem Einzelunternehmen wurde mittlerweile Wundprofis, ein Team von drei Fachkräften.
Leistungsspektrum: Wundmanagement statt allgemeiner Pflege
Versorgt werden akute und chronische Wunden, postoperative Wunden sowie Tumorwunden. Das Angebot reicht von der vollständigen Übernahme der Wundpflege bis zur Teilversorgung, bei der Patienten oder Angehörige selbst verbinden und in festen Intervallen, etwa einmal wöchentlich, eine Wundvisite mit fachlichem Verbandwechsel stattfindet. Technisch stehen Kaltplasma, Low-Level-Laser, Hämolaser, ambulante VAC-Therapie sowie Entlastungstechniken beim diabetischen Fußsyndrom zur Verfügung. Bewusst nicht im Portfolio enthalten sind allgemeine Körperpflege, Stundenpflege oder Entlastungspflege. Genau diese Abgrenzung nennt Alexandra Lafer auch als Qualitätsmerkmal: Anbieter, bei denen Wundmanagement nur ein Randthema neben vielen Pflegeleistungen sei, verfügten häufig nicht über die Zusatzqualifikation ZWM.
Ablauf: Vom Telefonat bis zum Versorgungskonzept
Der Einstieg erfolgt über einen Anruf und einen fixen Termin. In einer der Ordinationen der Wundprofis folgen Anamnesegespräch und Erstbegutachtung, anschließend der erste Verbandwechsel. Aus Wundbeurteilung, Vorgeschichte und Lebensumständen entsteht ein individuelles Versorgungskonzept, das laufend nachjustiert wird. Hausbesuche sind bei stark eingeschränkter Mobilität möglich, wobei ein vereinbartes Zeitfenster gilt. Das ist ein Punkt, den Patienten laut eigener Rückmeldung besonders schätzen, weil der Tag planbar bleibt. Die Grazer Ordination ist barrierefrei und damit auch mit dem Rollstuhl erreichbar.
Marktumfeld: Eine Versorgungslücke mit Zahlen dahinter
Der Bedarf ergibt sich aus einer strukturellen Lücke. Wer eine chronische Wunde hat, pendelt häufig zwischen Hausarzt und Ambulanz, wobei bei jedem Termin eine andere Person die Versorgung übernimmt. Ein durchgängiges Konzept für die Wundheilung fehlt dann meist. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus bleiben Betroffene oft ohne Einschulung zurück. Hinzu kommt Unwissen über Kostenübernahmen: Verbandmaterial, das mehrere hundert Euro kosten kann, wird gelegentlich privat gekauft, obwohl es über die Krankenkasse abgedeckt wäre. Die Zielgruppe ist überwiegend 50 Jahre und älter, häufig mit Venenerkrankungen oder Diabetes als Grunderkrankung; Angehörige sind meist jünger.
Der Mensch als Bezugsgröße
Der Leitsatz der Wundprofis lautet, dass die Wunde zum Menschen gehört und deshalb nicht isoliert behandelt werden kann. Praktisch heißt das: Ursachen klären, Verbände alltagstauglich gestalten, Schmerzen reduzieren und Patienten sowie Angehörige so weit schulen, dass sie Verläufe und Warnzeichen selbst einschätzen können. Nicht jede chronische Wunde heilt vollständig ab. In diesen Fällen ist das Ziel Stabilisierung und Lebensqualität. Ein dokumentierter Fall zeigt die Bandbreite: Ein Patient hatte bereits einen Termin zur Klärung einer Vorfußamputation, nach vier Wochen Behandlung mit Laser, Kaltplasma und VAC-Therapie wurde der Eingriff verworfen.
Wer eine schlecht heilende Wunde hat oder Angehörige bei der Versorgung unterstützen möchte, findet Kontaktdaten und Terminmöglichkeiten unter www.verbandwechsel.at.
Impressum:
Alexandra Lafer
Selbständige Krankenschwester
Flöcking 30, 8200 Gleisdorf
Ordination: Kalvariengürtel 67, 8020 Graz
Tel.: 031667343443
E-Mail: alexandra.lafer@verbandwechsel.at
Website: www.verbandwechsel.at
Website: praxisentero.at/praxis/wundpflege-und-verbandwechsel/








